Thema auf Antrag der Fraktion Bündnis90/Die Grünen: "NSU-Skandal, Personalnot, undichte Stellen: Hat Innensenator Henkel die Lage im Griff?".
Benedikt Lux (Bündnis 90/Die Grünen)
fordert angesichts der Pannen bei der Aufklärung der NSU-Mordserie den Rücktritt von Innensenator Frank Henkel (CDU). Unter seiner Führung seien wichtige Akten widerrechtlich vernichtet und die Aufklärung behindert worden. Henkel habe dem Land Berlin Schaden zugefügt.
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Tom Schreiber (SPD)
kündigt für den Sommer 2013 einen Maßnahmenkatalog zur Reform der Sicherheitsbehörden an. Er erinnert daran, dass alle Fraktionen Verantwortung für die sachliche Aufklärung der Pannen tragen würden.
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Udo Wolf (Die Linke)
Der Fraktionsvorsitzende bewertet die Jahresbilanz des Innensenators Frank Henkel (CDU) als "niederschmetternd". Er habe bei der Aufklärung des rechten Terrors versagt. Weder der Untersuchungsausschuss des Bundestages noch das Abgeordnetenhaus seien rechtzeitig informiert worden.
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Robbin Juhnke (CDU)
kritisiert das "Skandalgeschrei" und die "pauschalen Vorwürfe" der Opposition, die um jeden Preis die Behauptung aufrechterhalten wolle, der Senat habe Informationen zur NSU nicht weitergegeben. Die Aufklärung müsse sachlich vorangetrieben werden. Er verweist auf den vom Innensenator berufenen Sonderermittler, der in Kürze einen Prüfbericht über die Versäumnisse vorlegen werde.
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Christopher Lauer (Piraten)
Der Fraktionschef meint, es gehe nicht darum, ob Innensenator Henkel seinen Laden im Griff habe oder nicht. Es gehe vielmehr darum, "wie sehr er ihn nicht im Griff" habe. Er umgebe sich nur mit eigenen Leuten, habe selbst keine Ahnung von den Vorgängen. Das zeige sich auch an der Neubesetzung des Polizeipräsidenten. Schon seit einem Jahr habe festgestanden, dass Henkel Klaus Kandt favorisiere.
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Frank Henkel (CDU)
Der Innensenator weist die Rücktrittsforderung der Grünen zurück. Sie glaubten offenbar ernsthaft, sie könnten dem Regierenden Bürgermeister das Wasser reichen oder ein Innenressort führen. Henkel räumt ein, er habe als Regierungsmitglied und Oppositionspolitiker zu wenige kritische Fragen zur NSU-Mordserie gestellt. Diesen Fehler hätten aber auch Opposition und Medien gemacht. Zugleich verweist er auf bereits eingeleitete personelle und strukturelle Änderungen beim Verfassungsschutz.
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Thomas Kleineidam (SPD)
bewertet die Angriffe auf Innensenator Henkel als Show der Opposition. Die entscheidende Frage sei doch, warum die deutschen Sicherheitsorgane zehn Jahre lang nicht die NSU-Mordserie erkannt hätten. Dies müsse aufgeklärt werden. Dabei sei die Auseinandersetzung um Henkel doch nur ein Nebenschauplatz.
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Udo Wolf (Die Linke) vs. Thomas Kleineidam (SPD)
Der Fraktionsvorsitzende verwahrt sich in einer Kurzintervention gegen den Vorwurf, die Opposition ziehe eine Show ab. Er habe schon in den 90er Jahren im Verfassungsschutzausschuss nach rechtsextremen Netzwerken gefragt. - Kleineidam gesteht dies Wolf zu. Er bezeichnet es rückblickend dennoch als Versäumnis, dass keine Fraktion die Innen- oder Justizverwaltung aufgefordert habe, Akten mit NSU-Bezug nicht zu vernichten.
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Kurzintervention: Christopher Lauer (Piraten)
In einer Kurzintervention bekräftigt der Fraktionsvorsitzende das Interesse seiner Fraktion an einer "ehrlichen Aufklärung". Wer der Opposition nur eine Show unterstelle, mache es sich zu einfach.
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