Die Abgeordneten debattieren den Antrag von SPD und CDU
Wasserpreise senken – alle Wasserkunden wirkungsvoll entlasten. Darin geht es um den Rückkauf der RWE-Anteile an den Berliner Wasserbetrieben (BWB) für 650 Mio. Euro. Diese waren 1999 von der damaligen schwarz-roten Landesregierung veräußert worden, um den Landeshaushalt zu sanieren. Der Antrag wird angenommen.
Heiko Melzer (CDU)
verteidigt den Rückkauf der RWE-Anteile an den Berliner Wasserbetrieben (BWB) durch das Land Berlin. Damit setze die rot-schwarze Koalition ein "kraftvolles und entschlossenes politisches Signal". Ziel sei eine mindestens 15-prozentige Senkung der Wasserpreise.
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Heidi Kosche (Bündnis 90/Die Grünen)
erinnert die rot-schwarze Koalition an ihre Verantwortung für den Teilverkauf der BWB 1999. Die jetzt in Aussicht gestellte Entlastung der Verbraucher in Höhe von 60 Mio. Euro, sei "weniger als das, was das Bundeskartellamt verfügt" habe. Außerdem würden nur die Kosten für das Trinkwasser gesenkt, obwohl alle wüssten, dass "der Reibach bei den Abwasserpreisen gemacht" werde.
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Jörg Stroedter (SPD)
sieht in der Teilprivatisierung von 1999 einen "Fehler, der dringend korrigiert werden" müsse. Ziel sei es, alle Wasserkunden zu entlasten – für das Jahr 2012 sollten 60 Mio. Euro zurückgegeben werden. Ihm sei unverständlich, warum die Opposition gegen den Rückkauf der RWE-Anteile votieren wolle. Das Argument, der Vertrag sei zu teuer, werde durch nichts belegt.
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Kurzintervention: Heidi Kosche (Bündnis 90/Die Grünen)
erklärt, warum sie glaube, dass die französische Miteigentümerin Veolia gegen den Teilrückkauf der BWB klage. Veolia befürchte, dass der Wert ihres Anteils mit dem Einstieg des Landes Berlin in die privatrechtliche Gesellschaft sinke.
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Klaus Lederer (Die Linke)
wirft der Regierungskoalition vor, 1999 das Recht auf die politische Gestaltung der Wasserpreise verkauft zu haben. Es sei bislang überhaupt nicht klar, woher die 60 Mio. Euro zur Entlastung der Wasserkunden stammen sollen. Damit sei dies "offensichtlich ein ungedeckter Scheck". Wenn die Frischwasserpreise zu hoch seien, müsse anerkannt werden, dass dies auch für die Abwasserpreise gelten.
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Kurzintervention: Jörg Stroedter (SPD) vs. Klaus Lederer (Die Linke)
Jörg Stroedter entgegnet seinem Vorredner, dass das Bundeskartellamt die Frage des Abwassers "in keinster Weise beschieden" habe. Er wolle zudem Verhandlungen mit Veolia, um einmal abgegebene Gewinngarantien wieder rückgängig zu machen. Klaus Lederer widerspricht, es gehe gar nicht darum, vom Bundeskartellamt "irgendwas Rechtskräftiges zu haben". Vielmehr gehe es darum, die Rechnungsgrundlagen des Kartellamts für die Preissenkungen zu akzeptieren.
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Gerwald Claus-Brunner (Piraten)
kritisiert die späte Vorlage des juristischen 35-Seiten-Dokuments. Der Senat verletzte damit seine Unterrichtspflicht gegenüber den Abgeordneten. Es werde so weitergemacht, wie Diepgen, Lewandowsky und Fugmann-Heesing begonnen hätten.
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Clara Herrmann (Bündnis 90/Die Grünen)
wirft der Regierungskoalition vor, so zu tun, als ob sie den Willen der Bürger aus den Volksentscheiden umsetze. Dabei trüge sie die Verantwortung für "dumme Entscheidungen". Sie kritisiert, dass für den Teilrückkauf 650 Mio. Euro ausgegeben würden, sich aber an den Vertragskonstellationen "gar nichts" ändere. Die Refinanzierung basiere auf einer Bindung von 30 Jahren und lasse keinen Spielraum für Preissenkungen.
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Kurzintervention: Jörg Stroedter (SPD) vs. Clara Herrmann (Bündnis 90/Die Grünen)
Jörg Stroedter bezweifelt, dass seine Vorrednerin überhaupt beurteilen könne, "ob der Kaufpreis angemessen ist oder nicht". Clara Herrmann betont, dass sie keine 650 Mio. Euro "für nichts" ausgeben wolle. Dies sei "Abzocke". Alles, was der Senat von Veolia in Zukunft wolle, werde er "teuer bezahlen" müssen.
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Torsten Schneider (SPD)
wirft der Opposition vor, "sich der Berliner schlichtweg zu verweigern". Er verweist darauf, dass der Preis für den Teilrückkauf niedriger sei, als der Preis, den die Privaten 1999 für den Kauf gezahlt hätten.
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Kurzintervention: Klaus Lederer (Die Linke) vs. Torsten Schneider
Klaus Lederer schlägt der Regierungskoalition vor, die Kosten für den Teilrückkauf zumindest teilweise über den Landeshaushalt zu finanzieren. Dann könnten die Wasserpreise endlich so gesenkt werden, dass die Kunden das auch merkten. Torsten Schneider kritisiert die persönlichen Angriffe seines Vorredners als "nicht üblich".
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