Bei einer namentlichen Abstimmung votierten 85 Abgeordnete für einen Verbleib des Regierungschefs, 62 sprachen sich gegen ihn aus. SPD und CDU haben 85 Mandate, der CDU-Abgeordnete Manuel Heide fehlte.
Demnach muss Wowereit eine Stimme bekommen haben, die nicht SPD oder CDU zuzurechnen ist. Die Opposition kommt zusammen auf 63 Stimmen, die Linke-Abgeordnete Marion Seelig fehlte. Zudem gibt es einen fraktionslosen Abgeordneten. Bei einem Erfolg des Misstrauensvotums hätte es innerhalb von 21 Tagen Neuwahlen geben müssen.
Die Opposition hatte den Antrag ins Parlament eingebracht. Begründet wurde das Begehren mit den Vorgängen um den künftigen Hauptstadtflughafen in Schönefeld. Die Eröffnung des Airports musste erst vor wenigen Tagen ein viertes Mal verschoben werden. Grüne, Linke und Piraten machten Wowereit, der bis vergangenen Montag Aufsichtsratsvorsitzender der Flughafengesellschaft war, persönlich für das Debakel verantwortlich.
Eine Abwahl des Regierungschefs galt als unwahrscheinlich, da die Koalitionsfraktionen von SPD und CDU ihm in Probeabstimmungen bereits das Vertrauen ausgesprochen haben. Die Abstimmung erfolgt namentlich und nicht geheim.