In der Generaldebatte über den Doppelhaushalt 2013/2014 prallen die unterschiedlichen Sichten der Regierungsparteien und der Opposition hart aufeinander. Während SPD und Linke das Land gut aufgestellt sehen, beklagen CDU, Grüne und FDP mangelnde Investitiionen in die Bildung und das Missmanagement am Flughafen BER. Den Abgeordneten liegt der
Gesetzentwurf der Landesregierung zum Haushaltsplan 2013/14 sowie die
Beschlussempfehlung des Haushaltsauschusses vor. Die Koalition setzt den Etat gegen die Stimmen der Oppositionsfraktionen durch.
Ludwig Burkardt (CDU)
Der Vorsitzende des Ausschusses für Haushalt und Finanzen würdigt die intensive Vorarbeit am Doppelhaushalt. Dafür habe man "prognostische Kraft" gebraucht. Die Fraktionen hätten 130 Änderungsanträge eingebracht – noch am Vorabend einen Antrag zur Aufstockung der Mittel für die Sorbenstiftung. Der "gewaltigste Brocken" im Haushalt sei aber der Flughafen Berlin-Brandenburg. Dafür würden 444 Millionen Euro zusätzlich gebraucht.
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Ralf Holzschuher (SPD)
Der vorliegende Doppelhaushalt setzt nach Ansicht des Fraktionsvorsitzenden auf die richtigen Akzente. Er priorisiere Bildung, Wissenschaft und eine sozial verträgliche Konsolidierung. 2014 werde Brandenburg erstmals ohne neue Schulden auskommen. Holzschuher verteidigt die zusätzlichen Ausgaben für den Großflughafen und das Absenken der Investitionsquote.
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Dieter Dombrowski (CDU)
Der Fraktionschef wertet den Haushalt als Beleg für eine "mut- und kraftlose Politik". Rot-Rot habe einen Wechsel hin zur Bürgerferne gebracht. Die Koalition sei ausgebrannt und ideenlos. Die CDU fordere, endlich etwas gegen die Bildungsmisere in Brandenburg zu unternehmen. Beim Großflughafen herrsche Missmanagement. Der Flughafen komme zu spät, sei zu klein und werde zu teuer. Der Ministerpräsident sei die "personifizierte Nichtverantwortung".
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Christian Görke (Die Linke
spricht vom "1. ausgeglichenen Haushalt in der Geschichte Brandenburgs". Mit Blick auf die Kritik an der Mittelbereitstellung für den BER wirft er der Opposition "Selbstvergesslichkeit und Populismus“ vor: Der jetzt zu finanzierende Schallschutz sei seinerzeit im Planfeststellungsbeschluss unter Mitverantwortung der CDU zustande gekommen. Er ginge nicht zu Lasten anderer Politikfelder. Die Standortfrage erneut aufzutun, findet er "unverantwortlich“. – Kein anderes Bundesland tue so viel für die kommunale Familie wie Brandenburg.
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Andreas Büttner (FDP)
Der Fraktionschef zieht einen Trennungsstrich zwischen der FDP und dem "Korsett für die politische Gestaltung des Landes", das die Koalition vorlege. Rot-Rot tue dem Land nicht gut. Erste Aufgabe sei es, "den Staat aus den Ketten der Schulden zu befreien". Der Finanzminister würde aber am liebsten gegen die Schuldenbremse klagen. Das sei unsolide Politik auf dem Rücken der Bürger. Der Haushalt sei unehrlich und nicht zustimmungsfähig.
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Axel Vogel (Bündnis 90/Die Grünen)
sieht in fehlenden Visionen ein grundlegendes Manko der Landesregierung. Der Ministerpräsident rede eine Fusion mit Berlin "in Grund und Boden“ und torpediere mit seinen Rettungsversuchen für die Braunkohle die Energiewende, kritisiert der Fraktionsvorsitzende. Der Landeshaushalt sei nur durch den Länderfinanzausgleich und die Zuwendungen durch den Bund ausgeglichen. Der neue Flughafen werde den Landeshaushalt noch mindestens 15 Jahre belasten.
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Matthias Platzeck (SPD)
Der Ministerpräsident hält seinem Vorredner Axel Vogel von den Grünen vor, er habe "in großen Teilen" Unsinn geredet. Der Doppeletat sei ein "durchaus vernünftiger Haushalt". Er enthalte mehr Geld für Bildung und Forschung und damit für die Zukunftsfähigkeit des Landes. Die Kommunen stünden auf einem soliden Fundament. Platzeck bedankt sich beim Parlament ausdrücklich für die Bereitstellung zusätzlicher Mittel für den Flughafen. Die Kuh sei noch nicht vom Eis. Erst im Februar/März werde man wissen, ob der neue Eröffnungs-Termin zu halten sei.
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Dieter Dombrowski (CDU)
dankt in einer Kurzintervention dem Ministerpräsidenten für ein "positives Zeichen der Erkenntnis". Der Flughafen sei nun wohl doch kein patriotisches Projekt mehr, wie Platzeck ihn früher genannt habe. Dombrowski rät zudem davon ab, sich immer mit anderen zu vergleichen. Es gehe nicht um Wettbewerb, sondern darum, das Angemessene für die Bürger zu tun. Der Regierungschef verzichtet auf eine Antwort.
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