Bettina Fortunato (Die Linke)
macht sich im Namen der Regierungsfraktionen für die Abschaffung des Asylbewerberleistungsgesetzes stark. Sie sieht darin eine Ungleichbehandlung von Menschen. In manchen Kreisen gebe es bei Behörden und Kitas eine "mangelnde interkulturelle Bildung“, die den menschenwürdigen Umgang mit Flüchtlingen erschwere. Die Linke setze sich für eine kürzere Verweildauer der Menschen in Sammelunterkünften und ihre dezentrale Unterbringung ein.
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Dieter Dombrowski (CDU)
Der Fraktionsvorsitzende verweist auf die deutsche Geschichte, die "uns besonders sensibel" machen sollte für die Nöte anderer Menschen. Wer jedoch die Gastfreundschaft durch "kriminelle Taten oder Tricksereien" ausnutze, habe den Schutz des Grundgesetzes verwirkt. Die Landesregierung müsse dafür sorgen, dass die Landkreise ausreichend Unterkunftsmöglichkeiten für Asylbewerber bereitstellten.
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Sylvia Lehmann (SPD)
verweist darauf, dass im Doppelhaushalt 2013/14 des Landes Brandenburg bereits Mittel zum Ausbau der Zentralen Ausländerbehörde in Eisenhüttenstadt eingestellt seien. Die steigende Zahl der Asylbewerber stelle Bund, Länder und Kommunen vor neue Herausforderungen. In diesem Zusammenhang kritisiert Lehmann die Äußerungen von Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU), der die Flüchtlinge pauschal des Sozialmissbrauchs verdächtige.
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Andreas Büttner (FDP)
Der Fraktionsvorsitzende hebt das Recht auf Asyl als ein Grundrecht hervor. Ein Boot könne nicht voll sein, wenn es darum gehe, Menschen zu retten. Er unterstreicht die grundsätzliche Einigkeit der Fraktionen, in Eisenhüttenstadt etwas ändern zu wollen. Dies müsse aber genauer ausgeführt und konkretisiert werden. Sonst sei "alles nur Betroffenheitslyrik".
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Ursula Nonnemacher (Bündnis 90/Die Grünen)
spricht von einer Signalwirkung: In der laufenden Legislaturperiode sei viel für die Flüchtlinge angepackt worden. Beschlüsse und Runderlässe der Landesregierung zu Residenzpflicht; Unterbringung und Geldleistungen würden aber - zum Teil wegen des "erbitterten Widerstands“ von SPD-Mitgliedern nicht umgesetzt. Es gebe zudem zu viele Ausnahmen, durch die Flüchtlinge nicht in den Genuss der beschlossenen Erleichterungen kämen.
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Bettina Fortunato (Die Linke)
wendet sich gegen die von der CDU vorgenommene Einteilung der Flüchtlinge in jene, die für Brandenburg "gebrauchsfähig" und jene, die "nicht gebrauchsfähig" seien. Die Änderungen im Zuwanderungsgesetz sähen CDU und ihre Fraktion offenbar aus zwei verschiedenen Blickwinkeln, resümiert sie.
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Günter Baaske (SPD)
Der Sozialminister sieht wesentliche Fortschritte in der Brandenburger Flüchtlingspolitik. So habe Rot-Rot versucht, die Residenzpflicht massiv zu lockern, letztlich lägen aber die Hürden hierfür auf Bundesebene. Ziel der Brandenburger Koalition sei die Abschaffung des Asylbewerberleistungsgesetzes. Nur so sei auch Integration möglich.
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Dieter Dombrowski (CDU) vs. Günter Baaske (SPD)
Der Fraktionsvorsitzende erinnert in einer Kurzintervention daran, dass jeder zunächst das tun sollte, wofür er zuständig sei. So könne das Land den Schulbesuch von Flüchtlingskindern in Eisenhüttenstadt regeln – hierfür sei nicht der Bund zuständig. - Sozialminister Baaske entgegnet, dass die Landkreise weit mehr täten, als vom Bund geregelt sei. So würden sie eher Geld- als Sachleistungen zahlen, Asylbewerber eher in Wohnungen als in Heimen unterbringen und auch eine normale medizinische Versorgung gewährleisten.
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Björn Lakenmacher (CDU)
befürwortet ein entschiedenes Vorgehen gegen "Wirtschafts- und Armutsflüchtlinge". Deren Einreisewunsch sei zwar menschlich nachvollziehbar; asylpolitisch aber nicht zu vertreten. Er sei gegen Anreize, den Zustrom zu verstärken. Das Asylbewerber-Leistungsgesetz sei an sich nicht verfassungswidrig. Es müsse deshalb nicht abgeschafft, sondern angepasst werden. Das Existenzminimum durch Sachleistungen abzugelten, findet er angemessen.
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Britta Stark (SPD)
hebt die Zustimmung des Innenausschusses zur Verbesserung der Zustände in der Erstaufnahmeeinrichtung Eisenhüttenstadt hervor. Hier solle "Geld in die Hand" genommen werden. Ihrer Meinung nach hätten CDU und FDP sich dem Antrag der Koalition anschließen können. Inhaltlich läge man ganz nah beieinander.
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Stefan Ludwig (Die Linke)
kritisiert die Reaktion des Bundesinnenministers auf das Urteil des Bundesverfassungsgerichtes zum Asylbewerberleistungsgesetz als "unglaublich respektlos". Statt sich davon abzugrenzen, erneuere die CDU-Fraktion im Landtag ihre Einteilung der Asylsuchenden. Wenn die einen die sind, "die wir gebrauchen können", was sind denn dann die anderen, fragt er. 70 Prozent der Asylbewerber würden dauerhaft in Deutschland bleiben.
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Dietmar Woidke
Der Innenminister unterstreicht, dass das Asylrecht weitgehend Bundesrecht sei. Dies setze dem Gestaltungsspielraum der Länder Grenzen. Er plädiert für die Abschaffung der Residenzpflicht, des Asylbewerberleistungsgesetzes und eine Lockerung des Arbeitsverbots. Die Mängel an der Zentralen Ausländerbehörde in Eisenhüttenstadt würden in den nächsten Jahren beseitigt.
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