Thema auf
Antrag der BündnisGrünen: "Sinkendes Rentenniveau - droht Brandenburg eine Welle von Altersarmut?" Ein
Entschließungsantrag der FDP-Fraktion zur Stärkung der privaten und betrieblichen Altersvorsorge wird mit breiter Mehrheit abgelehnt.
Ursula Nonnemacher (Bündnis 90/Die Grünen)
spricht den jüngsten Berechnungen der Bundesarbeitsministerin einen "erschreckend hohen Realitätsgehalt" zu. Danach bekämen selbst Durchschnittsverdiener mit einem Monatseinkommen von 2500 Euro Brutto nach 35 Arbeitsjahren nur eine Rente auf der Höhe der Grundsicherung. Die berechtigte Angst vor Altersarmut sei kein Randproblem von Langzeitarbeitslosen mehr, sondern in der Mitte der Gesellschaft angekommen.
Download (mp4)
Sylvia Lehmann (SPD)
findet den Vorstoß der Bundesarbeitsministerin von der Leyen (CDU) "gut". Die Vorschläge der Bundesregierung seien jedoch wenig hilfreich. Sie nehme Altersarmut billigend in Kauf. Renten seien ein "Spiegel der Erwerbsphase". Daher brauche man gute Arbeit und faire Löhne.
Download (mp4)
Monika Schulz-Höpfner (CDU)
Wer die Arbeitsmarktstrukturen in Brandenburg kenne, wisse, dass hier keine Bruttolöhne von 2500 Euro gezahlt werden könnten, gibt sie zu bedenken. Dennoch müsse ein würdiges Alter mit eigener Rente der Grundsatz sein. Die CDU sei jedoch gegen Zuschussrenten für "notorische Drückeberger".
Download (mp4)
Birgit Wöllert (Die Linke)
erinnert an die Aktuelle Stunde vom 18. September 2008, in der die Linke vor wachsender Altersarmut in Brandenburg gewarnt habe. Die Zahl der von Altersarmut Betroffenen steige stetig. Dies zeige auch der Entwurf des Armuts-und Reichtumsberichts der Bundesregierung. Es finde eine gigantische Umverteilung des Reichtums von unten nach oben statt.
Download (mp4)
Andreas Büttner (FDP)
Der Fraktionsvorsitzende wundert sich – an Frau Lehmann gewandt - über die Kritik der SPD an der Senkung der Rentenversicherungsbeiträge. Er unterstützt die Position der CDU-Abgeordneten Schulz-Höpfner, wonach sich die freiwillige Altersvorsorge auszahlen müsse. Die FDP sei gegen ein "bedingungsloses Grundeinkommen"und trete für ein "liberales Bürgergeld" ein.
Download (mp4)
Günter Baaske (SPD)
Der Sozialminister sieht im demografischen Wandel eine der Hauptursachen für das Renten-Problem. Er nennt mehrere "Stellschrauben", um der drohenden Altersarmut zu begegnen. Die SPD sei für eine Bürgerrente und dafür, dass Vermögende mehr in die Rente einzahlen.
Download (mp4)
Sylvia Lehmann (SPD)
distanziert sich von den Ausführungen der Abgeordneten Schulz-Höpfner. Die Entscheidung, wer eine "Zuschussrente“ des Staates verdiene und wer nicht, wolle sie der CDU überlassen. Der Bundesregierung wirft sie vor, mit Blick auf das Wahljahr mit niedrigen Beiträgen zur Rentenversicherung glänzen zu wollen.
Download (mp4)
Christian Görke (Die Linke)
Der neue Fraktionsvorsitzende befürchtet, dass es nicht nur eine "Welle von Altersarmut" geben werde, wie im Antrag der Grünen formuliert, sondern eine Verstetigung der Armut. Allerdings sei Altersarmut kein unabwendbares Naturereignis, sondern lasse sich durch politisches Handeln abwenden. Dazu gehöre eine gerechte Lastenteilung. Ein Millionär brauche keine Rente, aber die Rente brauche den Millionär.
Download (mp4)
Ursula Nonnemacher (Bündnis 90/Die Grünen) vs. Christian Görke (Die Linke)
Nonnemacher wendet sich in einer Kurzintervention gegen Häme, Spott und Schuldzuweisungen. Die Grünen im Brandenburger Landtag hätten nie Probleme damit gehabt, ihre Verantwortung für die Hartz-IV-Gesetze einzuräumen. - Görke macht noch einmal kurz die Haltung der Linken deutlich. Von den Grünen wünsche er sich auch ein klares Bekenntnis zur Ost-West-Rentenangleichung.
Download (mp4)
Günter Baaske (SPD)
Der Minister plädiert dafür, Szenarien zu entwickeln, um Probleme wie Umlage, Rentenhöhe und Beitragsbemessungsgrenze zu lösen. Auf der Basis von Modellrechnungen müsse ehrlich debattiert werden und ein gesellschaftlicher Kompromiss entstehen, "der auf lange Zeit trägt“. Wünschen könne man sich vieles.
Download (mp4)