Der Landtag debattiert eine Vielzahl von Anträgen des Abgeordneten Christoph Schulze (fraktionslos) zum Thema Flughafen-Lärmschutz: Drucksache:
5/5465, Drucksache: 5/5471, Drucksache:
5/5583, Drucksache:
5/5716, Drucksache:
5/5768 sowie Drucksache:
5/5800. Sämtliche Anträge werden abgelehnt. Angenommen wird der
Entschließungsantrag von SPD und Linke zum
CDU-Antrag.
Christoph Schulze (fraktionslos)
verweist auf die jüngsten Erfolge beim Schallschutz und betont, dass "Gesundheit nicht alles, aber ohne Gesundheit alles nichts" sei. Die Flughafengesellschaft habe die Leute von "A bis Z" betrogen. Der Landtag habe dies toleriert. Mit den Anträgen wolle er eine "politische Kurskorrektur" erreichen: "Aufzuhören zu ignorieren, wie die Wirklichkeit ist und anzufangen anzuerkennen wie der Faktenstand und der Stand der Wissenschaft" sei.
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Kurzintervention Susanne Melior (SPD)
rechtfertigt sich für eine Äußerung gegenüber dem Abgeordneten Christoph Schulze. Sie halte es für unfair, im Landtag "egozentrische Pirouetten zu drehen", wenn er sonst an keiner Beratung des Landtages teilnehme.
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Ludwig Burkardt (CDU)
gibt dem Abgeordneten Schulze in einigen Punkten Recht. Für die CDU-Fraktion sei völlig klar, dass sie keiner finanziellen Unterstützung der Flughafen GmbH zustimme, wenn nicht zuvor sichergestellt sei, dass der Planfeststellungsbeschluss in der Auslegung des OVG und Bundesverwaltungsgerichts umgesetzt werde. Dies gelte auch für das Hauptsachverfahren.
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Martina Gregor-Ness (SPD)
sieht in den Anträgen "nichts Neues". Der Flughafen habe bei den Lärmpegeln nicht "mit Absicht betrogen". Sie sage "klipp und klar", dass sie dem Nachtflugverbot nicht zustimmen werde. Sie erwarte darüber hinaus die "Anstrengungsbereitschaft aller Antragsteller", ihre Anträge laufend zu aktualisieren. Die Anträge von Christoph Schulze seien "in großen Teilen bereits erfüllt".
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Gregor Beyer (FDP)
erinnert den Abgeordneten Schulze daran, dass es in einer Demokratie dazu gehöre anzuerkennen, "dass wir per Mehrheit entscheiden". Ihn ärgerten schon einige Titel der Anträge, etwa "Geltendes Recht in Brandenburg durchsetzen“. Glaube Schulze, man lebe in Brandenburg in einer Bananenrepublik?
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Kornelia Wehlan (Die Linke)
verweist in Sachen Lärmschutz auf die Ergebnisse, um die sich der zuständige Fachausschuss und der Landtag in den letzten Monaten bemüht hätten. Dazu gehöre für die Linke "ganz obenan", dass der Klarstellungsantrag der FBB endlich vom Tisch sei und der planfestgestellte Schallschutz im Sinne des OVG-Beschlusses umgesetzt werde. Viele wichtige Punkte aus den Anträgen seien also bereits erfüllt.
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Kurzintervention Dieter Dombrowski (CDU)
moniert, dass die Ergebnisse in Sachen Lärmschutz als "Sieg" gefeiert würden. Die Bürger hätten von vornherein ein Anrecht darauf gehabt.
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Rainer Genilke (CDU) vs. Kornelia Wehlan (Die Linke)
Genilke äußert sich in einer Kurzintervention ebenfalls erstaunt, dass die Abgeordnete Wehlan nun die Schallschutzergebnisse feiere. Der Druck sei hier ja eher vom OVG und weniger von dem vom Aufsichtsrat "längst abgesegneten" Klarstellungsantrag aufgebaut worden. - Wehlan weist zurück, von "Sieg" gesprochen zu haben. Es gebe im Haus weder Sieger noch Verlierer - die Sieger seien die Anwohner, die viel zu lange um ihr Recht hätten kämpfen müssen.
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Michael Jungclaus (Bündnis 90/Die Grünen)
hält den Landesvertretern zugute, dass sie zumindest versuchten, in Sachen Schallschutz "den Karren aus dem Dreck zu ziehen". Dreh- und Angelpunkt bleibe für seine Fraktion, dass das Land der FBB keinen Freibrief bei den Finanzzusagen gebe und sämtliche Zuwendungen an Bedingungen knüpfe. Dies sei neben dem konkreten Schallschutz "das Mindeste", was man in dieser Situation gewährleisten sollte.
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Jörg Vogelsänger (SPD)
Der Infrastrukturminister verweist auf die "zentrale gute Nachricht", dass der Klarstellungsbeschluss zurückgenommen werde. Dies sei auf Druck der Aufsichtsratsmitglieder aus der Landesregierung geschehen. Der Schallschutz werde der "Beste in ganz Deutschland" sein.
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Rainer Genilke (CDU) vs. Jörg Vogelsänger (SPD)
In einer Kurzintervention meint Genilke, der Schallschutz sei inzwischen sicher "sehr gut", aber dennoch nicht das, was festgeschrieben worden sei. Von Anfang an sei versucht worden, Kosten zu sparen. - Der Infrastrukturminister entgegnet, er habe immer gesagt, dass der Lärmschutz umzusetzen sei und die Kosten dabei keine Rolle spielten. Bei den Schallschutzüberschreitungen sei es um den Lärm bis zum Jahr 2023 gegangen, und da komme man "auf solche krummen Zahlen".
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Christoph Schulze (fraktionslos)
geht auf die einzelnen Redebeiträge ein und weist u.a. die Aussage der Abgeordneten Gregor-Ness (SPD) zurück, "dass das alles schon bekannt" sei. Sicher sei einiges in der letzten Zeit erreicht worden, aber er erwarte vom Landtag "mehr Eigeninitiative".
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Martina Gregor-Ness (SPD) vs. Christoph Schulze (fraktionslos)
Gregor-Ness wirft dem Abgeordneten Schulze vor, Dinge zu fordern, die nicht umsetzbar seien. Sie wolle einen Lärmschutz, der auch realisierbar, weil bezahlbar sei. - Schulze entgegnet, er glaube daran, dass das Schallschutzziel des OVG umsetzbar sei. Diejenigen, die dies nicht glaubten, müssten den Gegenbeweis antreten.
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