-
Jede Stadt hat ihr touristisches Fortbewegungsmittel: Bangkok seine Tuk Tuks, London seine Doppeldeckerbusse und Venedig seine Gondeln. Berlin hat seine Bierbikes - Verkörperung des typischen Lebensgefühls von Freiheit und Nonkonformität.
Miesmacher und Spaßbremsen aller Couleur machen jetzt Front gegen diese neue Tradition. Nicht mit uns. Wir halten dagegen. Rettet das Bierbike!
Manchmal hat man den Eindruck, wir werden in Berlin von Spaßbremsen und Miesmachern regiert: das Grillen im Tiergarten wurde verboten, das Riesenrad wird nicht gebaut, die Loveparade trieb man aus der Stadt und der Spreepark in Treptow rostet vor sich hin. Aber immerhin: Eine Sache gibt’s, die funktioniert und – die ist eine Riesen-Gaudi, vor allem für Touristen. Noch! – Denn diese total lustige Attraktion will man nun auch verbieten. Helge Oelert hält dagegen!
Jede Stadt, die was auf sich hält, hat ihr eigenes Fortbewegungsmittel für Touristen. Denn was wäre
- Bangkok ohne TukTuks,
- New York ohne seine Yellow Caps,
- was wäre London, wenn man die Doppeldeckerbusse abzöge oder
- Venedig ohne seine Gondeln?
Und Berlin? Jahrelang hatten wir gar nichts.
Dann aber wurden wir auch hier wieder Weltspitze.
Die Bierbikes eroberten unsere Stadt – und unsere Herzen. Lustiger als Gondeln, und spritziger als jedes Tuk Tuk.
Und was könnte es besser transportieren, dieses unnachahmliche Berlin-Feeling.
- Lebensfreude
- Toleranz,
- Weltoffenheit
- Nonkonformität.
Und das alles auch noch umweltfreundlich und fitnessorientiert. Berlin und seine Gäste sind begeistert.
Umfrage
„Ich liebe Bierbikes.“
„Ja, wenn man während des Fahrens einen Trinken kann, ist doch geil.“
„We love Bierbikes.“
„Weil es Spaß macht, die Stadt zu besichtigen und dabei Bier zu trinken. Warum nicht?“
be bike
be breit
be berlin.
Doch bald soll Schluss sein mit lustig. Die Gegner formieren sich zu einer Anti-Spaßguerilla. Miesmuffel, die unsere Straßen kontrollieren wollen…
Stefan Gelbhaar (Bü90/Grüne)
Verkehrspolitischer Sprecher
„Mehrere Leute auf einem gemeinsamen Fahrrad, die Bier trinken und dadurch im Verkehr ein Hindernis darstellen und Alkohol und Verkehr miteinander verknüpfen – ich glaube, das ist nicht der richtige Weg.“
Nach langen Recherchen gelang es KLARTEXT eine geheime Verschwörung gegen Bierbikes aufzudecken, die nicht mehr vor Parteigrenzen Halt macht.
Carsten Spallek (CDU)
Stadtrat Berlin-Mitte
„Das bin ja nicht nur ich alleine, es sind ja viele, die was gegen Bierbikes haben. Und zwar, wenn es auf öffentlichen Straßen passiert. Wir haben viele Bereiche, gerade in Berlin-Mitte bei Baustellen, wo es nur einspurige Fahrbahnen gibt. Wenn da ein Bierbike mit Schrittgeschwindigkeit sich auf den Weg macht, größer als ein Fahrrad, kommen die Autos nicht vorbei, sie erzeugen Stau. Wenn dann noch große Bierfässer dabei sind und getrunken wird, ist das mitunter auch gefährlich.“
Das ist mal wieder typisch Berlin – kaum funktioniert mal was, wird es auch schon wieder kaputt geredet. Sieben dieser attraktiven Kaltgetränkekutschen sind in der Hauptstadt unterwegs für unser Ansehen in aller Welt. Die Kunden des Start-Up-Unternehmens werden sogar vor Fahrtantritt auf Herz und Leber geprüft, damit niemand betrunken aufsitzt. Doch der Betreiber hat trotzdem das Gefühl, es nicht allen unbelehrbaren Nörglern recht machen zu können.
Ulrich Hoffmann-Elsässer
Betreiber der Bierbikes
„Natürlich hast du ab und an mal ein paar Leute in der Stadt rumlaufen, die mit dem Kopf schütteln, die vielleicht die Mundwinkel nach unten ziehen. Das sind aber die paar Leute, die sowieso keinen Spaß am Leben haben.“
Selbst Tourismusexperten – eigentlich Interessenvertreter der Berlin-Besucher – haben offenbar die Fronten gewechselt – und distanzieren sich öffentlich von ihrer eigene Klientel.
Burkhard Kieker,
Visit Berlin
„Wenn Sie sehen, was da für Leute drauf rum fahren – ich glaube nicht dass der Tourismus in Berlin von den Bierbikes abhängig ist. Sie sind komplett überflüssig und sollten eigentlich verboten werden. Sie nerven auch noch – sie fahren einem über die Füße, sie stehen im Weg rum. Das ist nicht Berlin.“
Und natürlich ließ auch die Springerpresse nicht lange auf sich warten, und fährt ihre übliche Hetzkampagne, bei der am liebsten gleich alles von der Straße gedrängt wird, was nicht bierernste Blechkarosse ist.
Selbst die Polizei nahm inzwischen kaum verdeckte Ermittlungen auf, und fand heraus, wer mit den Bierbikes gemeinsame Sache macht. Verdächtigt ist ein Sympathisant aus allerhöchsten Kreisen.
Rainer Wendt
Deutsche Polizeigewerkschaft
„Das hat offensichtlich etwas mit dem Partybürgermeister zu tun, der nichts dagegen hat, dass hier solche Szenen im Straßenverkehr stattfinden…“
KLARTEXT
„Meinen Sie wirklich, dass Wowereit persönlich die Bierbikes schützt? “
Rainer Wendt
Deutsche Polizeigewerkschaft
„Ja, ich glaube wirklich, dass Wowereit das zum Lebensgefühl in Berlin dazurechnet.“
Frei nach dem Motto „Be bike - be breit – be wowereit"? Wir stellen den Verdächtigen zur Rede.
KLARTEXT
„Kann ich Sie was zu Bierbikes fragen?“
Klaus Wowereit (SPD)
Regierender Bürgermeister
„Nee.“
Er verweigert die Aussage.
KLARTEXT
„Heute gar nicht? “
Klaus Wowereit (SPD)
Regierender Bürgermeister
„Nee, heute gar nicht.“
Eine Schande, sogar unser Bürgermeister knickt vor der Anti-Bierbike-Verschwörung ein! So werden wir ihn ganz sicher verlieren, den Anspruch, Weltmetropole zu bleiben in Sachen touristischer Fortbewegung.
Beitrag vion Helge Oelert


