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    - Kontraste vom 22.06.2017

    +++ Moderne "Haussklaverei" - Schwarzarbeit bei Pflegediensten +++ USA als Vorbild - Warum Untersuchungsausschüsse auch in Deutschland live übertragen werden sollten +++ Mogelpackung statt Altersvorsorge - Andrea Nahles' neue Betriebsrente +++ Mangelnde Chancengleichheit für Schüler - Kleinstaaterei der Länder verhindert gerechtes Bildungssystem +++

    Grafik zu: Schwarzarbeit bei Pflegediensten, Quelle: rbb

    Moderne "Haussklaverei“ - Schwarzarbeit bei Pflegediensten

    Sie kommen aus Polen, Bulgarien oder Rumänien und kümmern sich um all jene, die nicht ins Altenheim wollen oder können: private Pflegekräfte. In gut 200.000 Haushalten, so schätzen Experten, sind inzwischen vor allem Pflegerinnen aus dem Ausland tätig. Sie helfen dem Pflegenotstand ab, doch oft ohne jeden Schutz. Sie arbeiten oft wochenlang rund um die Uhr ohne feste Arbeits- und Freizeiten und dafür bekommen viele nicht einmal den Mindestlohn. Moderne Lohnsklaven, heißt es, die dafür sorgen, dass es Oma gut geht.

    Grafik zu: Warum Untersuchungsausschüsse auch in Deutschland live übertragen werden sollten, Quelle: rbb

    USA als Vorbild - Warum Untersuchungsausschüsse auch in Deutschland live übertragen werden sollten

    Die Anhörungen im US-Senat zu den Russland-Verbindungen der Trump-Administration sind ein Quotenrenner. Bis zu 20 Millionen Menschen sehen vor den Bildschirmen zu. Das US-Parlament demonstriert seine Macht - live und in Farbe. Und macht so Werbung für die Demokratie. In den Untersuchungsausschüssen des Deutschen Bundestages dagegen sind Kameras bei Zeugenaussagen tabu. Hier, wo die Opposition der Regierung auf die Finger schaut, bleibt die Fernseh-Öffentlichkeit außen vor - selbst wenn die Kanzlerin vernommen wird. Ein direkter und unmittelbarer Eindruck in die Arbeit des Parlaments wird den Bürgern hier verwehrt. Vor allem die Union sperrt sich gegen mehr Transparenz - und schadet so der Demokratie.

    Symbolbild: Betriebsrente, Quelle: rbb

    Mogelpackung statt Altersvorsorge - Andrea Nahles' neue Betriebsrente

    Mit der Reform der Betriebsrenten will sich die SPD einmal mehr als die Partei der sozialen Gerechtigkeit in Szene setzen. Am 01. Juni hat der Bundestag das Gesetz gebilligt, das Andrea Nahles maßgeblich entwickelt hat. Das Versprechen: Vor allem Geringverdiener sollen trotz sinkender gesetzlicher Renten eine sichere Altersversorgung haben. Doch wer genauer hinsieht, stellt fest: Dafür gibt es keine Garantie. Das Ministerium selbst hat das Konzept offenbar nicht durchgerechnet. Sicher ist nur, wer in die unsichere Betriebsrente einzahlt, bekommt am Ende weniger gesetzliche Rente.

    Grafik zu: Mangelnde Chancengleichheit verhindert gerechtes Bildungssystem, Quelle: rbb

    Mangelnde Chancengleichheit für Schüler - Kleinstaaterei der Länder verhindert gerechtes Bildungssystem

    Schüler, die in Bayern ihr Abitur machen, müssen sich um ihre Zukunft keine Sorgen machen! Glauben viele, ist aber falsch! Denn im Süden Deutschlands ein 1er Abi zu schaffen, ist viel schwerer als im Norden, wo es inzwischen eine Flut von Bestnoten gibt. Da bei fast der Hälfte der Studiengänge ein Numerus Clausus gilt, dürfen vergleichsweise leistungsstarke Schüler aus Bayern weder Medizin noch Jura studieren. Die Proteste gegen die höchst unterschiedliche Schulpolitik der Bundesländer werden lauter. SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz möchte mit einer Verfassungsänderung dem Bund mehr Kompetenzen in der Bildungspolitik geben.