Metropolinnen-Satire (Quelle: rbb)

- Metropolinnen-Satire

Aska und Renka starten in Polen humanitäre Hilfe für arme deutsche Kinder.

AŚKA
Renka, schau hin, diese abgelatschten Treter hat getragen ein Kind. Und zwar ein Deutsches! Renka, das ist keine Propaganda - weil weisst du was ich an der Kasse von diesem Supermarkt gesehen habe? Arme Kinder! Die haben Cent für Cent zusammengelegt um sich zu kaufen die billigste Schokolade. Du, ich hätte nie gedacht dass es hier arme Kinder gibt! Renka wir müssen ihnen helfen, das ist unsere Pflicht!


RENKA
Hast du Läuse auf den Lungen?
Bist du jetzt Mutter Teresa aus Kalkutta? Oder Maria-Sklodowska-Curie?

AŚKA
Curie, warum Curie?

RENKA
Weil das auch eine weltberühmte Polin ist!

AŚKA
Renka hör auf! Erinnerst du dich nicht an den Kommunismus in Polen?

RENKA
Ja, klar, da haben wir die ganze Zeit gelacht, weil zu Essen hatten wir nichts.

AŚKA
Ja Renka, aber wir haben doch gekriegt die Spendenpakete aus West-Deutschland. Und da drin gab es diese Schokoriegel mit Karamell, das sich so göttlich auf der Zunge dreht. Und das Papier davon, Renka, das hab ich aufgehoben, um immer wieder zu riechen daran.

RENKA
Ja, ja, und für die Riegel musste ich beim Priester Schlange stehen, weil die Kirche hat sie verwaltet, ich habe mich gefühlt, wie ein Bettler oder das siebte Kind des Nachtwächters.

ASKA
Aber Renka wir müssen doch zurückgeben, was wir in der Kindheit bekommen haben.

RENKA
Wir können nicht 150 Waisen Schuhe kaufen. Das übersteigt unsere finanziellen Fähigkeiten.

ASKA
Dann kaufen wir ihnen Süßigkeiten!

Renka
Aska, wir haben keine KOHLE, keine KASSE, kein SCHMALZ und kein GELD. Soll ich in Druckbuchstaben mit dir reden?

AŚKA
Dann frage ich meine Mutter, ob sie uns die Kohle zum Spenden spendiert!


RENKA
Du willst eine Spende um zu spenden? Übereifer ist schlimmer als Faschismus und mit guten Willen ist die Hölle gepflastert. Wenn wir was machen, das muss Hände und Füsse haben. Aska, ich habs! Der Priester damals hat ganze Kartons mit den Schokoriegel bekommen, direkt aus der Fabrik.

ASKA
Willst du damit sagen, der Schmidt hat die nicht selber gekauft?

RENKA
Genau Aska. die waren gesponsert von den Schokoladenkonzernen, weil es damals sexy war für Kinder im Kommunismus zu spenden und gut für das Image. Und weisst du was? Wir schreiben einfach an die Polnischen Schoko -Konzerne - Wir haben damals von den deutschen Fabriken bekommen, die polnischen sollen es zurückgeben.

ASKA
Und die machen das, so ohne für nichts?

RENKA
Na klar, das ist doch mega- Werbung und dazu noch richtig sexy, wenn der Pole für den armen Deutschen spendet!

Autorinnen Renata Borowczak, Johanna Rubinroth

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