Valeria macht ein Praktikum in einem ökologischen Familienbetrieb (Quelle: rbb)
Praktikum im Spreewald

- Von Odessa in den Spreewald

Valeria ist 20 und kommt aus Kiew. Sie studiert dort Agronomie und nachhaltige Landwirtschaft. Jetzt macht sie ein viermonatiges Praktikum in einem ökologischen Familienbetrieb im Spreewald.

Infos im WWW

apollo-online.de - Apollo e.V.

Karl-Kunger-Str. 67
12435 Berlin
Tel. 030 - 475 37 251

markthalleneun.de - Markthalle NEUN

Wochenmarkt Freitag/Samstag
10.00 - 18.00 Uhr
Eisenbahnstr. 42/43
10997 Kreuzberg

gemuesehof-baronick.de - Gemüsehof Baronick

Gemüsehof Baronick
Schwarze Ecke 27
03096 Burg (Spreewald)

Ihr Tag beginnt um Sieben. Es geht los mit den Tomaten. Die Agronomie-Studentin aus Odessa macht im Gemüsehof Baronick alles, was ein Landwirt so macht. Mit einem hat Valeria aber nicht gerechnet.

Valeria Pidbereznikova
Agronomie-Studentin aus Odessa
"Ich dachte, dass in Deutschland alles hochmodern ist und mit viel Technik gearbeitet wird. Bestimmt gibt es Betriebe, in denen viele Maschinen eingesetzt werden, aber hier, in diesem Gemüsehof, gibt es kaum Technik, abgesehen von diesem kleinen Trekker."

Vier Monate dauert das Praktikum, Organisiert und finanziert wird es von "Apollo", das ist ein Stipendienprogramm für osteuropäische Landwirte von morgen. Die Studenten sollen lernen, wie so ein kleiner Bauernhof funktioniert.

Wilfrid Baronick
"Sie machen sich jetzt Notizen und wenn sie es auf Deutsch nicht wissen, dann machen sie sich die Notizen auf Russisch oder Ukrainisch ..."

Valeria
"Ja!"

Wilfrid Baronick
"Und dann... jetzt hat sie das schon geschrieben, alles im Deutsch, und dann gucken wir, ob das so stimmt im Deutschen und dann ist es OK. Wenn sie was nicht weiß, dann fragt sie."

Einmal in der Woche verkaufen die Baronicks ihre Produkte in einer Markthalle in Kreuzberg – hier lernt Valeria die Tücken der EU-Lebensmittel-Kennzeichnung

Frau Baronick
"Ha zwei… Handelsklasse ... H ... ein großes H und ein K ... zwei ... und dann muss noch stehen "Deutschland".

Valeria lernt aber auch, dass Landwirtschaft nicht nur aus Großbetrieben bestehen muss. Über das Gelernte wird sie einen Bericht schreiben müssen, auf Deutsch. Dafür übt sie mit ihrer "Apollo"-Patin: Isabel hat schon in der Ukraine Deutsch unterrichtet und kennt die Unterschiede.

"Im Tante Emma Laden…
- Tante Emma Laden – so nennt man die kleinen, gemütlichen Lebensmittelläden...
- Weißt du, was das heißt? Tante Emma Laden?
- Tante Emma? Ja, ich weiß... Tante Emma... Du, Tante Emma, Laden ist...
- …das Geschäft …
- …das Geschäft, genau!"


Isabel Kraft
Studentin, Volontärin bei Apollo e.V.
"Ich habe zum Beispiel Ex-Praktikanten in Odessa an der Uni getroffen, die früher hier waren, und die jetzt mit einem andern Blick gucken, o.k., wie können wir uns jetzt selbständig machen? Was für Geräte bräuchten sie, wie können sie das aufziehen? Wo ich das Gefühl habe, doch, die haben ein ganz anderes Know How."

Valeria ist noch nicht sicher, ob sie sich mal selbstständig machen will. Denn in der Landwirtschaft heißt das: viel Arbeit und wenig Zeit zum Bummeln gehen.

Valeria Pidbereznikova
Agronomie Studentin aus Odessa
"Die Leute hier in Deutschland lieben es, zu arbeiten, naja, vielleicht lieben sie es nicht, aber sie versinken in ihrer Arbeit und arbeiten sehr lange. Aber manchmal habe ich einen ganzen Tag frei, da gehe ich gerne raus, auch im Dorf, und mit den Eltern telefoniere ich praktisch jeden Tag, per Skype."

Für die kleinen Bauernhöfe in Brandenburg ist das Apollo-Projekt eine Chance, ihr Wissen und ihre Erfahrungen an eine jüngere Generation weiter zu geben, die auch nach dem Studium auf dem Land arbeiten will. In Deutschland gibt es große Nachwuchsprobleme.

Wilfrid Baronick
Gemüsehof Baronick
"Es ist in den osteuropäischen Ländern noch ein bisschen anders ... Die Familien haben ihre Wurzeln alle ... also viele Familien haben ihre Wurzeln auf den Dörfern. Auch wenn sie dann studieren, die kommen auch nach Hause und helfen in den Betrieben mit und dadurch haben auch viele von den Studenten diesen Bezug zur Landwirtschaft noch ganz anders als im Moment hier bei uns in Deutschland. Alles, was Sie hier sehen, ist natürlich Sinn und Zweck der Sache, dass sie das mitnehmen für ihr Leben. Und dann kann man ja sehen, was man zuhause daraus machen kann."

Zum Beispiel: Einen eigenen kleinen Familienbetrieb auf der Krim…

Autorin Milena Hadatty

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