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Der neunjährige Srulik kann im zweiten Weltkrieg aus dem Warschauer Ghetto fliehen und versteckt sich zwei Jahre lang im Wald. Um zu überleben, hält er seine jüdische Identität geheim und gibt sich als katholisches Waisenkind aus. Heute lebt Srulik als Yoram Fridman in Israel. Seine bewegende Fluchtgeschichte wurde von Pepe Danquart verfilmt und wird am 2. April in Berlin Premiere feiern.
Filmausschnitt "Lauf, Junge, lauf"
Auf der Flucht im eiskalten Winter 1942/43. Der kleine Srulik läuft um sein Leben im Wald bei Warschau. Wenn die Deutschen den jüdischen Jungen zu fassen kriegen, ist er tot. Diese Geschichte wird im Film "Biegnij, chłopcze, biegnij" – "Lauf Junge, lauf" von Regisseur Pepe Danquart erzählt.
Es ist seine Geschichte: Yoram Fridman kam mit seiner Frau aus Israel zur polnischen Filmpremiere in Warschau. Und mit ihnen die ganze Familie: Kinder und Enkelkinder. Der Neunjährige ist aus dem Warschauer Ghetto geflohen. 2 Jahre wird er sich in den Wäldern rund um Warschau alleine durch schlagen. Gepeinigt von Kälte, Angst und Hunger.
Yoram Fridman
"Es gab viele Polen, die mir geholfen haben, die mich versteckt haben. Ich hatte viel Glück. In jeder Situation schaffe ich es, bis heute."
Błonie, 25 km westlich von Warschau. Hier kam er 1934 zur Welt, in der Familie eines jüdischen Bäckers. Sie lebten in der ulica Warszawska 18. Die Bäckerei war im Hof.
Yoram Fridman
"Als ich hier gewohnt habe hatten wir das Klo im Hof, zuhause gab es keine Toilette."
Sein Vater musste eine 7köpfige Familie ernähren, dazu Oma und Opa, sie wohnten gleich neben der Bäckerei.
Yoram Fridman
"Er war sehr stark, mein Vater, sehr stark. Er könnte ohne weiteres einen 100 kg schweren Sack werfen … Mein Sohn ist ihm sehr ähnlich, wo ist er denn? Sehr ähnlich … Uns ging es gut, bis die Deutschen kamen war alles gut."
1940 wird er mit seiner Familie in das Warschauer Ghetto deportiert. Als einzigem gelingt ihm die Flucht auf die "arische" Seite. Er versteckt sich in "Puszcza Kampinoska", einem großen Waldgebiet in der Nähe von Warschau.
"He, jetzt habe ich dich …"
Yoram Fridman
"Als ich 1990 mit meiner Tochter in Puszcza Kampinoska zu Besuch war, sie wollte sehen, wo ich mich versteckt habe, da hat sie mich gefragt: Papa, schau mal, überall sind mannshohe Bäume, wie hast du als Kind hier überlebt? Ich habe gelernt z. B. den Norden vom Süden anhand vom Moos an den Bäumen zu unterscheiden, und so weiter …"
Yoram Fridman
"Das ist Nostalgie, das berührt mich … Das gab es damals nicht … Aber das Rathaus ist nicht neu, es stand damals hier … Es gab viele Juden in Błonie, viele Juden …"
"Heil Hitler!
Abtreten! … Name?
Jurek Staniak
Du bist ein Jude?"
Als katholisch - polnisches Waisenkind unter dem Namen Jurek Staniak rennt er zwei lange Jahre um sein Leben, und jeder Tag könnte sein letzter sein …
Jetzt ist er 80, der pensionierte Mathematiklehrer lebt in Tel Aviv.
Yoram Fridmann
"Mein Sohn sagt, er sei glücklich, dass ich nicht hier wohne … Wir lebten hier friedlich, niemand war böse dem anderen gegenüber … Ich kam hierher, um den Ort den Kindern, den Enkelkindern zu zeigen …"
Heute erinnert sich in der ulica Warszawska niemand mehr an den jüdischen Bäcker Fridman und seine Familie. Es gibt keine Juden mehr in Błonie.
Autor Krzysztof Czajka, rbb






