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Marek Rafałko hat Tausende von Postkarten über die Geschichte seines Heimatortes Lądek Zdrój. Schon im XVI. Jahrhundert gab es hier, südlich von Breslau, ein Badehaus mit Heilwasser aus Thermalquellen. Angeblich haben sie Friedrich den Großen vom Rheuma befreit ... Heute gehört der Kurort Bad Landeck / Lądek Zdrój zu den schönsten Heilbädern Polens.
Vom neuen Aussichtsturm auf der Spitze von Góra Borówkowa, im Reichensteiner Gebirge hat er den besten Ausblick auf die Täler und Wälder: Marek Rafałko war Grenzbeamter und ist jetzt in Rente. Er hat also Zeit für sein Hobby: Die Geschichte dieses Landstrichs rund um Lądek Zdrój.
Marek Rafałko
Postkartensammler
"Schon als Kind ging ich mit meinem Vater, er war Förster, in den Wald, und so habe ich die Glatzer Grafschaft erkundet, die Gegend von Lądek Zdrój, Stronie, dem früheren Seitenberg. Und dabei manchmal habe ich in den Bergen Spuren von alten Dörfern gefunden, Berghütten, touristischen Objekten. Später bin ich auf alte Postkarten gestoßen und so habe ich erfahren, wie diese alten Dörfer ausgesehen haben, die Wälder, Aussichttürme, Kurbäder. Und das hat mich gepackt, diese Faszination dauert schon 20 Jahre, vielleicht noch mehr."
Als die Deutschen weg mussten, kamen Polen, wie die Familie von Marek: sie wurden aus der Ukraine umgesiedelt. Er ist hier geboren und groß geworden. Ganz anders war es mit Karina Fuglińska, ihre Familie lebt hier seit Generationen.
Karina Fuglińska
Gästehaus Lerchenfeld
"Meine Familie blieb hier nach dem Krieg, die Großeltern wurden nicht ausgesiedelt. Wir setzen also die alten Traditionen fort und ergänzen sie um das, was die Neuansiedler nach dem zweiten Weltkrieg hierher gebracht haben. Denn jeder aus dem Osten hatte etwas dabei. Aber die regionale schlesische Kultur ist uns am wichtigsten, sie ist mit dieser Landschaft verbunden, mit diesen Häusern und dieser Erde."
Diese Faszination verbindet sie beide. Am renovierten "Haus Lerchenfeld" hängt wieder das schlesische "Derhääme Häusla", also Heimatmuseum!
Sie wollen hier eine Ausstellung machen, mit den alten Postkarten und Fotos, die Marek über die Jahre gesammelt hat. Er steht für die böhmische Geschichte dieser Gegend: der heilige Jan Nepomuk.
Marek Rafałko
Postkartensammler
"In meiner Sammlung habe ich viele alte, deutsche Postkarten mit diesem Heiligen, mit eben dieser Brücke. Vor kurzem hat man die Figur des Heiligen Jan Nepomuk restauriert. Ihm ist zu verdanken, dass diese Brücke, die das Hochwasser 1997 total überschwemmt hat, dann doch nicht zerstört wurde. Alle bei uns sagen, die Rettung verdanken wir der Figur des Heiligen Jan Nepomuk."
Das Denkmal des böhmischen Heiligen ist eines der ältesten hier.
Łucja Emeryk
Heimatverein "Landecker Land"
"Lądek Zdrój hat viele Denkmäler. Es gibt noch viel zu tun: Wir sitzen gerade im Zentrum unserer Stadt, auf dem Altmarkt, und sehen die renovierten Häuser, aber da sind auch welche, die dringend eine Sanierung brauchen. Unser Heimatverein kümmert sich vor allem um kleine Wegkreuze am Wegesrand. Alleine in der Wiejska-Straße haben wir sieben oder acht, alle müssen renoviert werden, und jede ist mindestens 260, 240, oder 200 Jahre alt, also steinalt!"
Die Touristen kommen aber vor allem wegen der Heilquellen hierher.
Marek Rafałko
Postkartensammler
"Die Glatzer Grafschaft, Bad Landeck, das alles ist wunderschön, es hat mich verzaubert. Und zwar von Kindesbeinen an! Ich kann mir nicht vorstellen, von hier weg zu ziehen, woanders zu leben, schon gar nicht in einer größeren Stadt."
Autorin Kinga Wołszyn-Świerk, tvp






