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Der polnische Künstler Michal Martychowiec lebt und arbeitet in London und Berlin Er verwendet in seinen Fotografien die Technik der "negativen Montage", in dem er eine Reihe von barocken Gemälden mit Vanitas-Motiven verfremdet.
"Vanitas vanitatum, omnia vanitas" - Eitelkeit der Eitelkeiten, alles ist eitel. Alles ist vergänglich.
Vanitas bedeutet "Nichtigkeit, Schein, Leere"; "Es ist alles nichtig", sagt das Alte Testament. Das heißt – auch alles Schöne wird sterben. Na und – angesichts der Aussicht auf Ewigkeit!? …
Michal Martychowiec
"Motive der Schönheit und der Eitelkeit oder Hohlheit, sind zutiefst mit der Vergänglichkeit und dem Tod verbunden. Sie beziehen sich aufeinander und sind unzertrennlich: Leben bedeutet Tod. Und das ist sehr eng mit unserer menschlichen Natur verbunden. Deshalb war die Vanitas für mich so wichtig, weil was immer auch geschehen mag, egal wie sich Technologie und unser Wissen entwickeln, was sich auch immer verändern mag - es gibt einfach bestimmte Elemente menschlicher Natur, die bleiben unveränderlich!"
Der polnische Künstler verfremdet barocke Gemälde mit der Technik der "negativen Montage". "Ich vernichte die Nichtigkeit" hat er das genannt – "Vanito Vanitas" - Es ist seine Liebeserklärung an die niederländische Malerei des 17. Jahrhunderts – und ein Sinnbild für die Schönheit und die Flüchtigkeit des Lebens.
Michal Martychowiec
"Ich versuche darauf aufmerksam zu machen, dass es hier nicht um das Werk geht, sondern um den Zuschauer, der dieses Werk erleben kann. Diese verblassten Bilder wirken in unserem Unterbewusstsein, das heißt die Elemente, die verschwunden sind, die müssen wir in uns selbst wieder finden. Und je länger wir sie betrachten, desto deutlicher wird, dass das was sich heraushebt, in uns selber erscheint und nicht in dem Werk"
Zur Zeit arbeitet der Künstler in der Berliner Nationalgalerie: Er fotografiert die Gemälde jeweils mit einer Großformatkamera in Langzeitbelichtung. Beim Entwickeln deckt er dann Ausschnitte der Bilder ab – an diesen Stellen bleibt das Fotopapier weiß, das Vanitas-Motiv ist verschwunden.
Michal Martychowiec
"Die Malerei, vor allem diese alte, klassische Malerei, wurde zu einem Teil unserer Kultur. Mich interessiert daran, wie diese Bilder, die ja unser Gedächtnis durchdringen, unser heutiges Verständnis der gegenwärtigen Welt prägen."
Nichtig also das Heute – ist es morgen doch schon Vergangenheit. Doch das was vergangen ist, prägt den Augenblick auf die Gegenwart. Vielleicht ist das ja das Konzept der Ewigkeit.
Autorin Aneta Panek





