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Die Behandlung ist auf dem neuesten medizinischen Stand - aber kostet oft nur die Hälfte! Kein Wunder also, dass immer mehr Deutsche sich ihre Zahnkronen, Brücken und Implantate in Polen machen lassen. Wir besuchen die Zahnarzthochburg Stettin.
Stettin ist ein beliebtes Reiseziel bei deutschen Touristen. Pascal Skwara hat sich heute einen Tag frei genommen. Doch den Berliner plagt nicht das Fernweh sondern der Zahn.
Pascal Skwara
"Ich bin ein Angstpatient, das bedeutet, dass ich nicht immer gerne zum Zahnarzt gehe, das bedeutet aber auch leider immer, dass es dazu kommt, dass wieder Schäden auftreten. Und dann zwingt man sich, weil man ja ein gesundes Lächeln haben will. Die Ästhetik-Praxis wurde mir empfohlen und es ist so, dass entgegen dem was alle sagen, ist der polnischen Zahnärzte vom Ruf her, mit dem deutschen gleich zu setzen".
Stettin hat sich zu einer Zahnarzt-Hochburg entwickelt. Mit Behandlungskosten, die oft nur halb so hoch sind, wie jenseits der Grenze, treffen polnische Dentisten den Nerv deutscher Patienten.
Schon seit 9 Jahren kommt Klaus-Dieter Plank aus Ahlbeck hierher zum Zahnarzt. Auch seine Enkelin hat er von der Qualität der Behandlung überzeugen können.
Klaus-Dieter Plank
"Sie hatte Angst, sie wollte nicht mehr. Wir haben gesagt, wir haben eine gute Zahnärztin und wir fahren hierhin."
Viktoria Jawinsky
"Das war die gute Überzeugungskraft und dann bin ich hier gelandet und ich bin superzufrieden damit jetzt."
Seit 2004 bezahlen deutsche Krankenkassen im EU-Ausland den gleichen Betrag wie im Inland. Seither ist die Zahl der deutschen Patienten hier stetig gestiegen.
Joanna Hahs-Gaborska
Zahnärztin
"Erstmal war das nur ein Zahnlabor. Und dann hat mein Vater zwei Behandlungsstühle eingebaut und Zahnärzte beschäftigt. Und dann hat sich das immer weiterentwickelt und immer mehr Stühle genommen. Hier wo wir jetzt sitzen, das war ein Salon, ein Wohnzimmer. Das war früher ein Einfamilienhaus."
Und heute ist das Familienunternehmen eine High-Tech-Klinik. 11 Zahnärzte und 10 Zahntechniker kümmern sich hier um die Beschwerden der internationalen Kundschaft. Allein aus Deutschland lassen sich hier mehr als 1000 Patienten jährlich ihre Zähne machen. Und viele deutsche Krankenkassen sind Vertragspartner.
Per Casten kommt aus Hamburg. Er braucht zwei Implantate. Die Autofahrten muss er selbst bezahlen, so hatte es ihm seine Krankenkasse gesagt.
Per Casten
"Von meiner Krankenkasse habe ich den Hinweis bekommen, dass es in Ungarn entsprechende Behandlungen gibt. Da habe ich auch hingeschrieben, entsprechend über das Internet, Email ein Angebot bekommen. Aber das ist das etwas umfangreicher für mich, da müsste ich entsprechend hinfliegen, nach Wien fliegen. Der zweite Hinweis war, ok man geht hierher nach Stettin, weil es mit dem Auto machbar ist, das heißt es sind entsprechende Reisekosten, die da günstiger sind.
Das digitale Röntgenbild von Viktoria Jawinsky zeigt, dass es sich gelohnt hat, zwei Jahre lang eine Spange zu tragen.
Pascal Skwara braucht zwei Wurzelbehandlungen und drei neue Kronen. 1000 – 1300 Euro wird die Behandlung kosten - und damit etwa halb so viel wie in Deutschland.
Pascal Skwara
Es wurde mir gesagt, dass noch zwei bis drei Sitzungen folgen werden, und da muss man gucken, ob man es auf den Nachmittag verlegt. Ich bin froh, dass nicht so viel zu tun ist und es preislich tragbar ist.
Deutschland hatte den Anfang gemacht. Bis Ende Oktober müssen alle Mitglieder der Europäischen Gemeinschaft garantieren, Behandlungen innerhalb der Union zu ermöglichen. Die EU bereitet eben nicht immer nur Zahnschmerzen.
Autorin Katharina Zabrzynski





