Oldtimer (Quelle: rbb)

- Auto mit Kultstatus

Dicke Felgen, grüner Neonlack und eine tiefer gelegte Karosserie. Die Rede ist nicht vom neuesten Ferrari-Modell, sondern vom modernen Warszawa. Junge Breslauer haben Geld gesammelt und wollen die polnische Autolegende aus den 50ern wieder produzieren.

Er war der Stolz der Volksrepublik:
Als der Warszawa 1951 vom Band rollte, beschleunigte er von null auf Kult!
Er war ein sowjetisches Lizenzprodukt – aber jetzt soll er als polnische Neukonstruktion wiederkommen.

Krzysztof Sachs
Besitzer eines Warszawa
Schon als Kind hab' ich mich für polnische Autos interessiert. Ich sammelte Zeitungsausschnitte über Syrenas und Warszawas, Neuigkeiten zu "Smyks und Mikrus" - Fahrzeuge, die für die polnische Autotechnik der Nachkriegszeit stehen.

Als ich in einer Anzeige las, dass jemand einen Warszawa verkaufen will - diesen hier - hat es mich erwischt. Der Preis war ziemlich hoch. Ich musste lange mit meiner Frau verhandeln.

Im Motortechnik-Museum in Topacz bei Breslau stehen sie, die aufpolierten Zeugnisse der sozialistischen Autoindustrie. Hier kamen junge Designer und Ingenieure auf die Idee, den alten Warszawa wieder auf die Straße zu bringen.

Michał Koziołek
Designer
Die Innenausstattung soll sich an den alten Warszawa anlehnen, aber modern sein. Wir wollen viele Luxuselemente einführen, aber alles geschmackvoll, maßvoll, dem 21. Jahrhundert angepasst. Wer in dieses Auto steigt, wird die typischen Linien vom alten Warszawa wiedererkennen.

Noch gibt es den Traum nur auf dem Papier:
Die Drei studieren noch, in Breslau. Sie haben schon vier Versionen im Kopf und im Computer – was ihnen fehlt, ist das Geld für einen Prototyp.

Michał Koziołek
Designer
Das erste Fahrzeug soll unsere Visitenkarte werden. Wir wollen zeigen, dass es geht. In unserer kleinen Manufaktur können wir zehn Fahrzeuge bauen. Das Geld aus dem Verkauf könnten wir dann in die Entwicklung stecken. Und natürlich soll es eine polnische Ikone werden, mit der sich jeder Pole identifiziert.

Deshalb wollen wir in das Fahrzeug auch ein patriotisches Element integrieren - einen Adler als Logo! Warszawa wird immer ein polnisches Auto sein, mit Polen assoziiert werden. Die polnische Fahrzeugtechnik war legendär. Unser Auto ein würdiger Nachfolger dieser Legende.

Der Chefingenieur des Projekts: Rafał Chubaj soll sich nicht nur um die Technik, sondern auch um die Vermarktung kümmern. Autoliebhaber haben schon Interesse bekundet.

Rafał Chubaj
Marketing
Viele Auslandspolen haben sich gemeldet. Das Modell könnte übrigens auch "Vratislavia" heißen – weil wir alle aus Wroclaw sind und hier leben. Deshalb wollen wir, dass das Auto hier entsteht. Der Name steht also für unseren Lokalpatriotismus.

Der lokale Patriotismus misst - noch - 30 Zentimeter. Aber das kann sich ändern!

Autorin Kinga Wołoszyn-Świerk, tvp