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Sein preisgekrönter Hocker heißt "plopp" und steht im Centre Pompidou. Oskar Zięta hat schon viele Preise bekommen, doch er sieht sich nicht als Künstler. Mit seinen Blech-Möbeln will er zeigen, was man mit neuer Technologie alle machen kann: Er lässt hauchdünne Bleche zu Objekten mit enormer Tragkraft aufblasen. Ihre Zukunft sieht er in der Autoindustrie, im Bergbau - und im Weltraum.
Seine Blech-Möbel erinnern an Requisiten für einen Science-Fiction Film und mit Zukunftvisionen liegt man bei Oskar Zięta gar nicht falsch: Seine erste Kreation war der Hocker „plopp“ und der wurde gleich mit Preisen überhäuft. Plopp, das sind die Initialen von: Polnisches-Volksobjekt- mit Luft-geblasen! Der Dreibeiner steht im Centre Pompidou. Doch dem Erfinder geht es gar nicht um die künstlerische Selbstverwirklichung.
Oskar Zięta
Der Plopp ist Manifest unserer Technologie und präsentiert, dass wir Blech mit Innendruck stabilisieren, deformieren und gehen von 2D- zu 3D-Objekten, die dann wunderschön sind.
…und eine technische Pionierleisung: Sechs Jahre lang hat der Architekt an der Technischen Hochschule in Zürich geforscht, mit Ingenieuren diskutiert und Tonnen von Blech verbeult. Mit einem Ergebnis, das auch die Kollegen staunen ließ:
Oskar Zięta
Der Plopp, ein drei Kilogramm schweres Produkt, kann mehr als 2,5 Tonnen halten. Das hat keiner geglaubt, das hab ich nicht mehr geglaubt. Und das funktioniert deswegen, weil das dünne Material, das hier im Bereich vo 0,6 bis 0,8 Milimeter stark ist, mit diesen Wölbungen, mit diesen Faltungen sich dreidiemnsionalsiert.
Sein Ingenieurbüro hat er in Breslau – aber produziert werden seine Zukunftsmöbel in Zielona Góra, dem einstigen Grünberg. Anfangs hielten alle seine Ideen für verrückt – nur seine Familie hat an ihn geglaubt, zusammen gründeten sie vor 7 Jahren die Firma. Heute beschäftigen sie 20 Mitarbeiter und haben noch viele Ideen rund ums Blech.
Oskar Zięta
Es reizt uns schon lange, den letzten Produktionsschritt an den Käufer abzugeben: Man kann die Möbel zuhause aufblasen und ein Event daraus machen. So wie Ikea an den Kunden ein Billy Regal verschickt und der es dann aus einzelnen Brettern zusammenbaut, so ist das auch bei uns - nur mit viel mehr Spaß und der Kunde lernt auch was. Es ist der letzte Produktionsschritt und die erste Unterrichtsstunde in Physik.
Mit einer Luftpumpe wird man seine Möbel also selbst bauen können. Aber – heilig’s Blechle: was bitte soll das sein?
Oskar Zięta
Sobald man eine Glasplatte darauf legt, ist es ein Couchtisch, man kann es größer bauen, dann ist es ein Zelt und wenn wir es umdrehen und verkleinern, haben wir eine Obstschale.
Nur die Phantasie beschränkt uns in der Anwendung dieser Technologie – sie ist enorm vielseitig und - im Deutschen gibt es dieses schöne Wort – "maßstablos"!
"Maßstablose" Technologie!
Oskar Zięta
Jedem ehrgeizigen Designer geht es so: wir können sie nicht mehr sehen: Produkte, wie sie der Mensch in den letzten 200 Jahren zahlreich geschaffen hat – sie mögen ja wunderschön sein – aber sie werden im Grunde nur noch kopiert, interpretiert, automatisiert. Der gleiche Stuhl, vielleicht leicht verbesserte Technik und in der Farbe lila. Nein – wir sollten unsere Energie in neue Dimensionen lenken!
Für die neue Dimension, die Zietas Innendrucktechnik eröffnet hat, interessieren sich nun auch Auto- und Bergbauindustrie.
Das Polnische Institut in Berlin hat eine Ausstellung mit seinen Objekten gemacht:
Sie heißt "Zukunftsnomaden" und dabei hat der Architekt nicht nur an Ziele auf der Erde gedacht.
Oskar Zięta
Wir sind schon eigentlich Nomaden. Und wenn wir in der Zukunft noch weiter Richtung Mars, Richtung Weltall reisen werden, werden wir sehr wahrscheinlich unsere Objekte, die wir mitnehmen werden können, so komprimieren, so minimieren, dass es bezahlbar wird, sie dort mitzunehmen.
Auch seine Tochter Zosia, bald 2 Jahre alt, hat das schon begriffen, was Oskar Zieta die Technik der "Freien-Innen-Druck-Umformung" – kurz FIDU nennt.
Und mit FIDU und einer Luftpumpe wird Zosia dann auf dem Mars also ihre Möbel aufbauen – so wie ihr Papa einst das Billy-Regal!
Autorin Katharina Zabrzynski
Oskar Zięta
Der Plopp ist Manifest unserer Technologie und präsentiert, dass wir Blech mit Innendruck stabilisieren, deformieren und gehen von 2D- zu 3D-Objekten, die dann wunderschön sind.
…und eine technische Pionierleisung: Sechs Jahre lang hat der Architekt an der Technischen Hochschule in Zürich geforscht, mit Ingenieuren diskutiert und Tonnen von Blech verbeult. Mit einem Ergebnis, das auch die Kollegen staunen ließ:
Oskar Zięta
Der Plopp, ein drei Kilogramm schweres Produkt, kann mehr als 2,5 Tonnen halten. Das hat keiner geglaubt, das hab ich nicht mehr geglaubt. Und das funktioniert deswegen, weil das dünne Material, das hier im Bereich vo 0,6 bis 0,8 Milimeter stark ist, mit diesen Wölbungen, mit diesen Faltungen sich dreidiemnsionalsiert.
Sein Ingenieurbüro hat er in Breslau – aber produziert werden seine Zukunftsmöbel in Zielona Góra, dem einstigen Grünberg. Anfangs hielten alle seine Ideen für verrückt – nur seine Familie hat an ihn geglaubt, zusammen gründeten sie vor 7 Jahren die Firma. Heute beschäftigen sie 20 Mitarbeiter und haben noch viele Ideen rund ums Blech.
Oskar Zięta
Es reizt uns schon lange, den letzten Produktionsschritt an den Käufer abzugeben: Man kann die Möbel zuhause aufblasen und ein Event daraus machen. So wie Ikea an den Kunden ein Billy Regal verschickt und der es dann aus einzelnen Brettern zusammenbaut, so ist das auch bei uns - nur mit viel mehr Spaß und der Kunde lernt auch was. Es ist der letzte Produktionsschritt und die erste Unterrichtsstunde in Physik.
Mit einer Luftpumpe wird man seine Möbel also selbst bauen können. Aber – heilig’s Blechle: was bitte soll das sein?
Oskar Zięta
Sobald man eine Glasplatte darauf legt, ist es ein Couchtisch, man kann es größer bauen, dann ist es ein Zelt und wenn wir es umdrehen und verkleinern, haben wir eine Obstschale.
Nur die Phantasie beschränkt uns in der Anwendung dieser Technologie – sie ist enorm vielseitig und - im Deutschen gibt es dieses schöne Wort – "maßstablos"!
"Maßstablose" Technologie!
Oskar Zięta
Jedem ehrgeizigen Designer geht es so: wir können sie nicht mehr sehen: Produkte, wie sie der Mensch in den letzten 200 Jahren zahlreich geschaffen hat – sie mögen ja wunderschön sein – aber sie werden im Grunde nur noch kopiert, interpretiert, automatisiert. Der gleiche Stuhl, vielleicht leicht verbesserte Technik und in der Farbe lila. Nein – wir sollten unsere Energie in neue Dimensionen lenken!
Für die neue Dimension, die Zietas Innendrucktechnik eröffnet hat, interessieren sich nun auch Auto- und Bergbauindustrie.
Das Polnische Institut in Berlin hat eine Ausstellung mit seinen Objekten gemacht:
Sie heißt "Zukunftsnomaden" und dabei hat der Architekt nicht nur an Ziele auf der Erde gedacht.
Oskar Zięta
Wir sind schon eigentlich Nomaden. Und wenn wir in der Zukunft noch weiter Richtung Mars, Richtung Weltall reisen werden, werden wir sehr wahrscheinlich unsere Objekte, die wir mitnehmen werden können, so komprimieren, so minimieren, dass es bezahlbar wird, sie dort mitzunehmen.
Auch seine Tochter Zosia, bald 2 Jahre alt, hat das schon begriffen, was Oskar Zieta die Technik der "Freien-Innen-Druck-Umformung" – kurz FIDU nennt.
Und mit FIDU und einer Luftpumpe wird Zosia dann auf dem Mars also ihre Möbel aufbauen – so wie ihr Papa einst das Billy-Regal!
Autorin Katharina Zabrzynski

