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Werke einer Ausstellung aus der Privatsammlung von Hasso Plattner im Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte (Bild: dpa)

Bis 16. September 2012

Einblick und Ausblick: Werke aus der Sammlung Hasso Plattner

"Plattnerbau statt Plattenbau" schrieben die einen auf Transparente, die anderen protestierten gegen den Abriss von Architektur der DDR-Moderne: Die Aufregung war bekanntlich groß, als SAP-Gründer Hasso Plattner Anfang Juni anbot, Postdam eine Kunsthalle zu bauen. Mitten im Zentrum sollte sie stehen, an Stelle des 17-stöckigen Hotel Mercure, und gefüllt sein mit Kunst aus seiner Sammlung. Doch bei all den Diskussionen und auch nach Plattners entnervter Ankündigung, das Museum nun auf seinem Privatgrundstück im Norden Potsdams zu bauen: Es ging immer mehr um das Wo – weniger um das, was gezeigt werden sollte.

Blick in Richtung Ostdeutschland

Hasso Plattner 'Einblick und Ausblick' Bernhard Heisig Weg nach Strodehne (Foto: Jürgen an Mey

Bernhard Heisig: Weg nach Strodehne, 2009. 

Jetzt aber soll man sich endlich ein Bild von den Werken aus Hasso Plattners Kunstkollektion machen können. Im Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte bekommt man einen Einblick in die Sammlung – einen Einblick, der gleichzeitig ein Blick in Richtung Ostdeutschland ist. 28 Gemälde werden gezeigt, unter anderem von Bernhard Heisig, Wolfgang Mattheuer, Werner Tübke und Willi Sitte. Auch Arno Rink, der Mitbegründer der neuen Leipziger Schule und Lehrer des berühmten Neo Rauch, ist darunter. Es sind 28 Werke von Künstlern, die in der DDR und darüber hinaus einen Namen hatten und haben. Besser gesagt 27 Werke, denn ein abstraktes Bild von Gerhard Richter will nicht so recht zu diesem "Fokus Ostdeutschland" passen. Richter wurde zwar in Dresden geboren, aber im Westen berühmt, wohin er noch vor dem Mauerfall gegangen war. Und von wo aus er immer wieder einige der Künstler, neben denen er jetzt so einträchtig hängt, wegen ihrer Nähe zum SED-Regime scharf kritisiert hatte.

Unverfänglich gefällige Landschaftsimpressionen

Dennoch, DDR-Kunst ist es nicht, was man jetzt im Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte sieht. Zumal viele Bilder erst nach der Wende entstanden sind und auch die meisten der vorher geschaffenen Werke unverfänglich gefällige Landschaftsimpressionen zeigen - und keine sozialistisch realistischen Botschaften. Mit Bernhard Heisig etwa streift man durchs Havelland, mit Mattheuer blickt man aus dem Fenster oder auf dicht von Bäumen umstandene Waldseen. Die Mitglieder der Viererbande, wie Sitte, Tübke, Heisig und Mattheuer auch genannt wurden, sind hier eher mit schönen Ansichten als mit DDR-Staatskunst präsent. Aufwühlender sind da schon Gemälde aus den 80er Jahren von Klaus Fußmann und Ulrich Hachulla. Verzerrte Selbstportraits oder traurige Narren sind Ausdruck der inneren Zerrissenheit und der Isolation vieler Menschen damals im Osten. Es sind solche Bilder, die diese Ausstellung durchaus sehenswert machen.

Kleiner Einblick in eine umfangreiche Kollektion

Hasso Plattner, SAP-Gründer und Mäzen (Bild: dpa).

Unternehmer und Kunstmäzen: Der SAP-Gründer Hasso Plattner. 

Auch wenn es insgesamt betrachtet sicher spannendere Blicke auf die zeitgenössische Kunst gibt, auf Hintergründiges und Untergründiges aus Ostdeutschland, entstanden zu DDR-Zeiten oder auch später - mit Kritik sollte man dennoch vorsichtig sein. Schließlich handelt es sich hier nicht um ein öffentliches Museum, sondern um eine Privatsammlung. Es geht um Kunst, die Hasso Plattner nach seinem Geschmack meist selbst ausgesucht hat. Und auch wenn diese Sammlung nun nicht in Potsdams Mitte, sondern am nördlichen Stadtrand zu sehen sein wird: man darf gespannt sein, was alles noch dort gezeigt werden wird. Schließlich sind die jetzt präsentierten Bilder nur ein kleiner Einblick in eine umfangreiche Kollektion internationaler, zeitgenössischer Kunst, die Plattner sein eigen nennt und auch in dieser Halle zeigen möchte.

Enttäuschende Präsentation

Dass der erste Eindruck, den man jetzt von dieser Sammlung bekommt, etwas enttäuscht, liegt jedenfalls weniger an der Kunst, sondern vielmehr an der Art ihrer Präsentation. Denn die Bilder werden in einem kleinen stickigen Raum gezeigt, gehängt an grauen Stellwänden, die sichtlich schon bei der ein oder anderen Ausstellung zum Einsatz kamen. Man hat den Eindruck, dass man hier, unter dem Druck doch endlich auch mal etwas herzuzeigen, eilig, leider vielleicht auch etwas zu eilig, improvisiert hat.

Barbara Wiegand
Inforadio Kultur

Stand vom 23.07.2012

Dieser Beitrag gibt den Sachstand vom 23.07.2012 wieder. Neuere Entwicklungen sind in diesem Beitrag nicht berücksichtigt.

Mehr dazu im www

"Einblick und Ausblick"

24.07. bis 16.09.2012

Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte
Kutschstall, Am Neuen Markt 9
14467 Potsdam

Öffnungszeiten
Di bis Do 10–17 Uhr
Fr 10–19 Uhr
Sa/So 10–18 Uhr
Mo geschlossen

Eintritt frei [hbpg.de]

Mehr dazu im rbb

Kutschstall in Potsdam (dpa-Bild)

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rbb Hörfunk

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Günther Jauch, Jann Jakobs und Hasso Plattner (v.l.; dpa-Archivbild)

Nachricht vom 05.07.12

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http://www.rbb-online.de/kultur/ausstellungen/themen/Sammlung_Plattner.html

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