Schild mit Hinweis auf eine Ausstellung zum Berliner Einheitsdenkmal (Quelle: imago)

"Bürger in Bewegung" - Einheitsdenkmal wird nicht vor 2015 eröffnet

Eine riesige, begehbare Schale soll am Berliner Schlossplatz an die deutsche Einheit erinnern. Ursprünglich sollte sie schon in diesem Jahr eröffnet werden. Tatsächlich gibt aber nicht einmal einen Termin für die Grundsteinlegung.

Das seit 2007 geplante Freiheits- und Einheitsdenkmal in Berlin soll offiziellen Angaben zufolge bis 2015 fertig sein. Derzeit werde der Sockel am Schlossplatz hergerichtet und saniert, sagte ein Sprecher von Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa. Einen Termin für die Grundsteinlegung gebe es noch nicht. Sie dürfte damit zumindest nicht mehr vor der Bundestagswahl im September stattfinden. Ursprünglich war die Eröffnung für 2013 oder 2014 geplant.

Das 2007 vom Bundestag beschlossene Denkmal soll an die friedliche Revolution 1989 in der DDR und die deutsche Einheit erinnern.

Modell des Berliner Einheitsdenkmals (Quelle: dpa)
Modell nach dem Entwurf der Szenografen Milla & Partner und der Choreografin Sasha Waltz
Nach den Plänen des Stuttgarter Designers Johannes Milla und der Berliner Choreographin Sasha Waltz wird es eine riesige begehbare Schale mit dem Titel "Bürger in Bewegung".

Ein erster Wettbewerb um die Gestaltung des Denkmals war im Jahr 2009 spektakulär gescheitert: Trotz mehr als 500 Entwürfen hatte es nicht genügend qualifizierte Bewerbungen gegeben. Bei einem zweiten Anlauf schafften es in einem zweistufigen Verfahren drei Vorschläge in die engere Wahl, Milla & Waltz hatten schließlich den Zuschlag erhalten.

Viel Streit um Entwürfe - auch in Leipzig

Sasha Waltz war im vergangenen Jahr wegen unterschiedlicher Vorstellungen bei der Gestaltung aus dem Projekt ausgestiegen - an der Idee soll sich aber nichts ändern. Besucher können, wenn sie sich als Gruppe zusammentun, die Waagschale durch ihr Gewicht sanft in Bewegung setzen. Diese physische Erfahrung der gemeinsamen Kraft, begründeten die Erfinder, "soll zugleich zur Zivilcourage ermutigen und an sie erinnern".

Das Denkmal soll auf dem Sockel des ehemaligen Nationaldenkmals für Kaiser Wilhelm I. am Schlossplatz entstehen. Dort ist derzeit wegen der Verlängerung der U-Bahn-Linie 5 und dem Wiederaufbau des Berliner Schlosses eine Großbaustelle.

In Leipzig, wo laut Bundestagsbeschluss ein zweites Einheitsdenkmal geplant ist, wird zurzeit um drei Entwürfe gestritten. Was dort unweit des Rathauses entstehen soll, ist offen: 70 000 meist tragbare bunte Würfel; ein "Herbstgarten" mit dem Schriftzug "Keine Gewalt" - oder ein großer bunter Kreis mit Slogans wie "`89: Die Revolution geht weiter".

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