Neue Kupferabdeckungen an der Kuppel der Kaiser Wilhelm Gedächtniskirche (Quelle:dpa)

Wahrzeichen am Breitscheidplatz - Gedächtniskirche wird schrittweise enthüllt

Touristen hielten lange vergebens Ausschau nach dem Wahrzeichen am Breitscheidplatz: Während ihrer Sanierung war die Berliner Gedächtniskirche verhüllt. Die Bauarbeiter hatten monatelang mit vielen Problemen zu kämpfen: Kaputtes Mauerwerk, verrostete Bauteile und viele Tauben. Ab Ende Juli soll die Turmruine wieder sichtbar werden.

Das Gerüst an der Berliner Gedächtniskirche soll ab kommenden Montag teilweise abgebaut werden. Das Wahrzeichen und Kriegsmahnmal am Breitscheidplatz wurde ein Jahr lang saniert und war hinter einer Verkleidung verschwunden. Wann genau der Turm der 1891 errichteten und im Krieg zerstörten Kirche wieder frei zu sehen ist, steht noch nicht fest.

Es habe ein halbes Jahr gedauert, das Gerüst aufzubauen, erklärte Projektleiter Raphael Aprell am Mittwoch. Deswegen sei der Abbau auch nicht in zwei Tagen zu schaffen. Bei den Arbeiten wurden beispielsweise Steine ausgetauscht und Rostschutz aufgetragen. Die Uhren bekamen ein neues Ziffernblatt.

Anfang 2014 soll das ganze Gerüst verschwinden

Zunächst soll nur ein Drittel des Gerüsts entfernt werden. "Restarbeiten wird es noch eine ganze Weile geben", sagte Aprell. Mindestens bis Frühjahr 2014 soll der untere Gerüstteil noch stehen. Die genaue Dauer der Arbeiten sei aber nicht absehbar, denn manche Schäden würden erst während der Sanierung sichtbar. So entdeckten die Steinmetze zerstörte Steine an der Fassade und fanden dahinter noch kaputtes Mauerwerk.

"Wir hatten zehnmal so viel Steinaustausch wie erwartet", sagte Aprell. Rund 16 Helfer arbeiten täglich auf der Baustelle. Bislang wurden über fünf Tonnen Steine ausgetauscht. Verzögerungen im Bauprozess gab es laut Aprell auch durch Fehler bei der ersten Sanierung vor rund 30 Jahren. Selbst die Tauben waren ein Problem: "Wir haben eine riesige Population. Die müssen wir einzeln heraustragen", sagte Aprell.

Eine der frisch vergoldeten Uhren an der Kaiser Wilhelm Gedächtniskirche (Quelle:dpa)
Vergoldete Uhr der Kaiser Wilhelm Gedächtniskirche.

Kaiser Wilhelm II. ließ die Gedächtniskirche als Gedenkstätte für seinen Großvater errichten. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche durch Bomben stark beschädigt. Die Turmruine blieb nach 1945 als Mahnmal gegen den Krieg erhalten. Sie wurde zehn Jahre später durch ein Kirchenschiff, eine Kapelle und einen Glockenturm ergänzt. Der Entwurf stammte von Egon Eiermann. Der Charakter der Kirche als Ruine und Mahnmal soll weiterbestehen.