Ein Mann putzt in Berlin beschmierte Stolpersteine (Quelle: dpa)

Kunstprojekt zum Gedenken an NS-Opfer - Mehr als 30 Stolpersteine beschädigt oder gestohlen

Sie sind Orte der Erinnerung an die Opfer der Nationalsozialisten. Rund 5000 Stolpersteine und Gedenktafeln zieren allein Berlins Straßenpflaster oder Häuserwände. In den letzten zehn Jahren wurden 33 Stolpersteine als gestohlen oder beschädigt gemeldet. Doch die Dunkelziffer liegt vermutlich höher.

In Berlin sind in den vergangenen Jahren über 30 Stolpersteine zum Gedenken an NS-Opfer beschädigt oder gestohlen worden. Dies geht aus einer am Mittwoch veröffentlichten Antwort von Innenstaatssekretär Bernd Krömer (CDU) auf eine Kleine Anfrage des Piraten-Abgeordneten Oliver Höfinghoff hervor.

Demnach wurden 29 Mal die kleinen Messinggedenktafeln beschmiert oder mit Farbe besprüht, vier Mal wurden sie ganz entwendet.

Wie viele Stolpersteine insgesamt in Mitleidenschaft gezogen wurden, ist aber unklar. Die Statistik erfasst nur die bei der Polizei registrierten Fälle, die tatsächliche Zahl der beschädigten Gedenktafeln liegt vermutlich höher. So sind zum Beispiel vor wenigen Wochen mehr als 50 Stolpersteine im Stadtteil Friedenau in einer Nacht beschmiert worden.

Meisten Stolpersteine wurden in Lichtenberg beschädigt

Am häufigsten werden die Gedenktafeln im Bezirk Lichtenberg beschädigt. Dort sind seit 2007 zwölf Fälle bekannt geworden. In Tempelhof-Schöneberg zählte die Polizei sieben Fälle, in Charlottenburg-Wilmersdorf fünf.

Bei den Stolpersteinen handelt es sich um zehn mal zehn Zentimeter große Messingplatten. Sie sollen an Menschen erinnern, die im Nationalsozialismus verfolgt wurden. Die Steine werden an ihrem letzten frei gewählten Wohnort verlegt. Der erste Stolperstein in Berlin wurde 1996 verlegt, mittlerweile sind es in der Hauptstadt rund 5.000. Bundesweit sowie im europäischen Ausland erinnern inzwischen rund 40.000 Stolpersteine an frühere jüdische Mitbürger und andere Opfer.

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Stolpersteine

Sie sind vor vielen Häusern im Straßenpflaster zu sehen, wollen denen einen Ort der Erinnerung zurückgeben, die von den Nazis ausgelöscht wurden. Gefertigt werden die Stolpersteine von einem Metallkünstler in Berlin-Buch.