Haltestelle Woodstock 2013: Gitarrist Klaus Eichstadt der US-Band Ugly Kid Joe beim Konzert (Quelle: dpa)

"Haltestelle Woodstock" in Küstrin vom 1. bis 3. August - Sommer, Sonne und Rock an der Oder

Das Hippie-Festival Woodstock war legendär - und auch der europäische Nachfolger kann sich behaupten. Zum 19. Mal fand jetzt das Festival "Haltestelle Woodstock" an der deutsch-polnischen Grenze mit Rock und Balkan-Beats statt. 500.000 Besucher wurden in diesem Jahr wieder erwartet, viele Fans campten schon Tage vorher auf dem Gelände. Das Besondere: Der Festivalbesuch ist kostenlos.

Haltestelle Woodstock 2013: Tanzende Festivalbesucher (Quelle: dpa)
Rocken für "umme": Auch in diesem Jahr dürfen sich die Festivalbesucher wieder über freien Eintritt freuen.

Bunte Zelte bis zum Horizont, Schlammschlachten am Tag und Partys bis tief in die Nacht:  Im polnischen Küstrin an der Oder hat wieder die Festivalzeit begonnen. Vom 1. bis 3. August spielten hier unter anderem die Rocker von den Kaiser Chiefs, die US-amerikanische Metal-Band Anthrax und die Deutschen Atari Teenage Riots aus Berlin. Im vergangenen Jahr brachte das Festival eine halbe Million Besucher zum Ausflippen, Tanzen und Grölen - darunter auch Tausende aus Deutschland.

Völkerverständigend und nicht kommerziell

Das Festival möchte anknüpfen an die Woodstock-Stimmung in den USA Ende der 60er Jahre. "Unser Ziel ist es, dass es friedlich und freundschaftlich zugeht", sagt Malgorzata Ebert vom Organisationsteam. Ein bisschen gehe es auch um Völkerverständigung. Ein nicht kommerzielles Open Air im Zentrum Europas, so stellen die Veranstalter ihr Festival am liebsten dar.

Tatsächlich gilt die "Haltestelle Woodstock" trotz der Masse der Festivals in diesem Sommer als eine der ersten Adressen in der Region - möglicherweise weil es keine Eintrittskarten gibt und der Besuch kostenlos ist. Schon Tage vor Festival-Beginn hattben Besucher ihre Zelte aufgeschlagen, um sich die besten Plätze zu sichern.

Dank an die Spender, Sponsoren und Helfer

Finanziert wurde die Veranstaltung über Sponsorengelder. "Das Ganze ist ein Dankeschön", sagt Ebert. All diejenigen, die jedes Jahr bei der Sammlung von Spenden für Kinderkrankenhäuser in Polen helfen, sollten belohnt werden. Organisiert wurden die Auftritte von der Warschauer Stiftung WOSP (Wielka Orkiestra Swiatecznej Pomocy).

Überschattet wurde die Party jedoch bereits vor dem Start von drei Todesfällen. Vor zwei Wochen kamen ein 30 Jahre alter Pole und seine 26 Jahre alte Begleiterin beim Trampen im brandenburgischen Seelow ums Leben. Sie hatten nach Polizeiangaben vom Festivalgelände aus einen Ausflug nach Deutschland gemacht. Auf der Rückfahrt wollten sie ein Auto stoppen und wurden von ihm erfasst. "Das war ein tragischer Unfall", sagte ein Sprecher der Polizei in Frankfurt (Oder). Ebenso tragisch ist der Tod einer weiteren jungen Festivalbesucherin. Sie ertrank am Wochenende beim Baden.

Munitionsräumung vor dem Konzert

Kürzlich war auch das Festivalgelände selbst in den Schlagzeilen, weil auf ihm Munition in großer Zahl geborgen worden war. Rund 500 alte Granaten, Minen und andere Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg mussten entfernt werden.

Die Besucher schreckten vor solchen Meldungen eher nicht zurück - 500.000 wurden auch in diesem Jahr wieder erwartet. Sie kamen vorwiegend aus Polen, wegen der Grenznähe waren aber auch Tausende Deutsche dabei, erzählt Ebert. "Doch auch Niederländer, Engländer und Schweden reisen immer wieder an."