Tom Schilling in "Oh Boy" (Quelle: dpa)

DDR-Drama "Zwei Leben" ist deutscher Kandidat - Berlin-Film "Oh Boy" darf nicht zu den Oscars

Überraschende Entscheidung in München: Die Auswahl-Jury für den deutschen Oscar-Kandidaten hat sich nicht für den mit Preisen überhäuften Berlin-Film "Oh Boy" entschieden. Sie schickt stattdessen das DDR-Drama "Zwei Leben" ins Rennen - einen Film, der erst Mitte September ins Kino kommt.

Der Film "Zwei Leben" von Georg Maas soll in das Rennen um den Oscar für den besten fremdsprachigen Film gehen. Dies entschied eine von der Gesellschaft German Films, der Auslandsvertretung der deutschen Filmindustrie, eingesetzte unabhängige Jury am Dienstag in München. Der Film, eine deutsch-norwegische Koproduktion, läuft in Deutschland erst am 19. September an.

Das Werk des 1960 in Aachen geborenen Regisseurs basiert auf der wahren Geschichte einer Deutschen, die ein glückliches Leben in Norwegen führt, als sie nach dem Fall der Mauer von ihrer Vergangenheit als DDR-Agentin eingeholt wird. In den Hauptrollen sind Juliane Köhler, Liv Ullmann und Ken Duken zu sehen.

Juliane Köhler und Rainer Bock am Set des Films "Zwei Leben" (Quelle: dpa)

"Oh Boy" war großer Sieger beim Deutschen Filmpreis

Jan-Ole Gersters als Favorit gehandelter Berlin-Film "Oh Boy" geht damit leer aus. Die in Schwarz-Weiß gedrehte Low-Budget-Produktion, die einen melancholischen jungen Mann einen Tag lang beim ziellosen Stromern durch Berlin begleitet, war noch im April der große Sieger beim Deutschen Filmpreis.

Mit sechs "Lolas" wurde der Film ausgezeichnet: als bester Spielfilm, für die beste Regie und das beste Drehbuch, Tom Schilling als bester männlicher Hauptdarsteller, Michael Gwisdek als bester männlicher Nebendarsteller sowie The Major Minors und Cherilyn MacMeil für die beste Filmmusik. "Oh Boy" setzte sich damit gegen das Hollywood-Epos "Cloud Atlas" von Tom Tykwer und den amerikanischen Wachowski-Geschwistern.