
Autobiografie erscheint zur Buchmesse - Das zweite Leben der Christiane F.
Ihr Buch und der Film "Wir Kinder vom Bahnhof Zoo" über die West-Berliner Rauschgiftszene der 1970er Jahre hat das Land erschüttert. Darin schilderte Christiane Felscherinow alias Christiane F., wie sie sich als 14-Jährige auf dem Kinderstrich prostituiert und immer tiefer in den Sog des Heroins gerät. Wie ihr Leben weiterging, erzählt die inzwischen 51-Jährige jetzt in einer Autobiografie.
"Fixerprinzessin" wurde sie genannt - ihr 1978 erschienes Buch, das 1981 verfilmt wurde, prägte eine ganze Generation. Schonungslos berichtete Christiane Felscherinow alias Christiane F. darin, wie sie in der anonymen Hochhaussiedlung der West-Berliner Gropiusstadt aufwuchs und dann schon als 14-Jährige mit Heroinexzessen, perversen Freiern auf dem Straßenstrich und einer Romanze unter Junkies fertig werden muss. Die Geschichte hatte damals ein Journalist aufgeschrieben, der das Mädchen über den Zeitraum eines Jahres immer wieder interviewte.
Lesung auf der Buchmesse
Mehr als 30 Jahre später tritt Christiane Felscherinow nun wieder an die Öffentlichkeit. Wieder hat sie zusammen mit einer Journalistin ein Buch geschrieben. Auf der Frankfurter Buchmesse will sie das Werk mit dem Titel "Christiane F. - Mein zweites Leben" persönlich vorstellen. Am 11. Oktober will sie dort öffentlich aus dem Buch lesen.
Trotz aller Rauschgift-Exzesse eine gute Mutter sein
Das neue Werk erzählt von ihrem Leben seit dem Film 1981, sagte die heute 51-Jährige der Zeitung "Die Welt". Die Arbeit daran sei ihr nicht immer leicht gefallen. "Es gab auch Zeiten, in denen ich mir unsicher war, ob der Schritt zurück in die Öffentlichkeit der richtige für mich sein würde."
In ihrem Blog heißt es, dass das Buch von ihrer Zeit in Griechenland handele, vom Überlebenskampf im Frauengefängnis und den "Abenteuern unter Rock-Idolen, Literatur-Stars und Drogenhändlern". Im Mittelpunkt aber stehe "ihr Kampf, trotz aller Rauschgift-Exzesse eine gute Mutter" für ihren Sohn zu sein, der 1996 zur Welt kam.
Heute auf Ersatzdroge
Christiane Felscherinow wurde 1962 in Hamburg geboren und kam mit sechs Jahren nach West-Berlin. Als Jugendliche wurde sie drogensüchtig. Bis heute befindet sie sich in einem Methadon-Programm.
Laut "Welt" ist auch eine "Christiane F. Stiftung" in Planung. Sie soll bei der Vorbeugung von Suchterkrankungen helfen und Kinder unterstützen, deren Eltern drogensüchtig sind.
