
Klageschrift ist zugestellt - Gericht gibt Anklage gegen Bushido offiziell bekannt
Nun ist es offiziell: Wegen des Liedes "Stress ohne Grund", in dem der Rapper Bushido mehreren Politikern den Tod wünscht, ist Anklage gegen den Musiker erhoben worden. Das hat das Amtsgericht offiziell bekannt gegeben, nachdem nun klar ist, dass Bushido die Klageschrift erhalten hat. Die Strafanzeige wurde von Berlins Regierendem Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) und dem FDP-Politiker Serkan Tören gestellt. Das Gericht prüft nun, ob die Klage zugelassen wird.
Das Amtsgericht Berlin-Tiergarten hat offiziell bekannt gegeben, dass gegen den Rapper Bushido Anklage erhoben worden ist. Dabei geht es um dessen umstrittenes Lied "Stress ohne Grund". Die Staatsanwaltschaft werfe dem Musiker Volksverhetzung, Beleidigung und Gewaltdarstellung vor, sagte der Pressesprecher für Strafsachen, Tobias Kaehne, am Freitag. Das Lied enthält Tötungs- und Gewaltfantasien sowie schwulenfeindliche Parolen.
Bushido hatte in seinem Song "Stress ohne Grund" unter anderem dem damaligen FDP-Bundestagsabgeordneten Serkan Tören den Tod gewünscht und Berlins Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) schwulenfeindlich beschimpft. Beide hatten Strafanzeige gegen den Rapper gestellt. Insgesamt habe es zahlreiche Strafanzeigen gegeben, so Kaehne.

Bereits Mitte September war bekannt geworden, dass die Staatsanwaltschaft Anklage gegen Bushido erhebt. Das Gericht äußere sich jedoch erst jetzt, nachdem die Klageschrift dem Angeklagten Bushido zugestellt wurde, erklärte Kaehne gegenüber rbb online.
Nun hat Bushido die Möglichkeit, sich zur Anklage zu äußern. Danach entscheidet das Gericht, ob es die Anklage zulässt.
Ehemalige Grünen-Vorsitzende Claudia Roth sah von Anzeige ab
Die in dem Song "Stress ohne Grund" ebenfalls bedrohte ehemalige Grünen-Vorsitzende Claudia Roth hatte von einer Anzeige abgesehen. Klaus Wowereit prüft laut Berliner Morgenpost derzeit die Möglichkeit, Schmerzensgeld einzufordern.
Über die Grünen-Chefin Claudia Roth heißt es in dem Lied: "Ich schieß auf Claudia Roth und sie kriegt Löcher wie ein Golfplatz." In einem Interview mit dem Magazin "Stern" sagte die Politikerin: "Herr B. ruft gezielt zu Hass und Gewalt gegen Minderheiten auf. Was er von sich gibt, ist ganz rechts außen."
Sie wolle aber keine persönliche Anzeige gegen Bushido erstatten. Sie werde nicht mit ihm "in den Ring steigen, das hätte er gerne, er giert ja nach Aufmerksamkeit", sagte die Politikerin. Der Grünen-Bundesvorstand prüfe aber rechtliche Schritte gegen Bushido. "Die Plattenfirma Sony Music sollte sich fragen, ob sie so jemanden vertreiben will", sagte Roth dem Magazin.
Ermittlungen wegen Steuerhinterziehung
In einem weiteren Verfahren ermittelt die Berliner Staatsanwaltschaft gegen Bushido außerdem wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung in Millionenhöhe. Zudem wurde er schon mehrmals wegen Beleidigung zu Geldstrafen verurteilt.
Bundesprüfstelle setzte Bushidos Song auf den Index
Seit Mitte Juli steht Bushidos umstrittenener Song "Stress ohne Grund" auf dem Index. Laut Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien wurde der Text als gefährdend für Minderjährige eingestuft. Er wirke verrohend, reize zu Gewalttätigkeiten und diskriminiere Frauen sowie Homosexuelle, hieß es.
Aufgrund der Indizierung darf die CD nur noch an Erwachsene verkauft, nicht mehr in der Öffentlichkeit beworben und nicht über den Versandhandel vertrieben werden.



