Pink-Floyd-Gründer mit erhobener Faust - Roger Waters demonstriert für die East Side Gallery
Mit erhobener Faust hat sich am Dienstag der frühere Pink Floyd-Frontman Roger Waters für den Schutz der East Side Gallery eingesetzt. Das Mauerdenkmal hat für ihn besondere Bedeutung, denn 1990 organisierte Waters anlässlich des Mauerfalls die Inszenierung der Rockoper "The Wall" am Potsdamer Platz.
Das Protestbündnis "East Side Gallery retten" mobilisiert weiter gegen das Bauvorhaben am Mauerdenkmal in Friedrichshain und holt sich wieder prominente Unterstützung: Nach David Hasselhoff hat am Dienstag der frühere "Pink Floyd"-Frontman Roger Waters für den Erhalt der East Side Gallery demonstriert.
"Die East Side Gallery ist ein großartiger Ort, um an die schwarzen Tage des Kalten Krieges zu erinnern", sagte Waters. Für die Fotografen posierte er mit erhobener Faust vor dem an die Mauer gemalten Cover des Pink-Floyd-Albums "The Wall".

"The Wall" kehrt nach 23 Jahren zurück nach Berlin
Die East Side Gallery hat für Roger Waters auch eine persönliche Bedeutung. Nach dem Mauerfall organisierte er 1990 die Inszenierung der Rockoper "The Wall" auf dem damals noch unbebauten Potsdamer Platz. Mit der Show befindet sich Waters derzeit wieder auf Deutschland-Tournee und wird am Mittwoch im Berliner Olympiastadion gastieren.
Anlässlich der ersten Inszenierung der Show hatte der amerikanische Künstler Lance Keller sein Bild "The Wall" an die Mauer gemalt, die später zur East Side Gallery wurde. Dieses Gemälde schmückte die Innenseite des Platten- und CD-Covers von "The Wall". "Ausgerechnet das Teilstück mit dem Plattencover soll nun einer Zufahrt zu den geplanten Luxuswohnungen auf dem ehemaligen Todesstreifen weichen", sagte der Sprecher der Berliner Club Commission, Lutz Leichsenring, die hinter dem Bündnis steht.
Neue Risse am Mauerdenkmal
Auch Berlins Stadtentwicklungssenator Michael Müller (SPD) bekam ein Schreiben vom Bündnis, in dem auf neue Schäden an dem Baudenkmal hingewiesen wurde. Bezirk und Senat wurden zudem an die Einhaltung des Berliner Denkmalschutzgesetzes erinnert.
Die Errichtung der beiden Bauvorhaben "Living Level" und "Waterfront Living" auf dem ehemaligen Todesstreifen hinter der East Side Gallery seien eigentlich verboten, so das Ergebnis eines aktuellen Gutachtens, das das Bündnis in Auftrag gab. Demnach verstoßen die Neubauten gegen Paragraf 10 des Berliner Denkmalschutzgesetzes. Eine Fotzsetzung der Bauarbeiten sei demnach rechtswidrig.
Zwei Investoren wollen eine dauerhafte Lücke von 23 Metern in die Mauer reißen, um die Zufahrt zu den Gebäuden zu gewährleisten.
East Side Gallery als Touristenziel sehr beliebt
Die Aktivisten haben gute Gründe für den Erhalt des Berliner Mauerdenkmals: Die East Side Gallery zählt zu den beliebtesten Touristenzielen in Deutschland und belegt in einer Studie des Deutschen Zentrums für Tourismus Platz 5.
"Somit ist die East Side Gallery heute wohl eher ein Geschenk der Zeitgeschichte an Berlin im Herzen Berlins, als ein Ärgernis für Investoren. Vielleicht wären Politik und Verwaltung gut beraten, endlich umzudenken", forderte das Bündnis.
Mauerdenkmal am 8. September ganz in weiß
Die Proteste für den Erhalt der Berliner East Side Gallery gehen aber auch auf andere Art und Weise weiter: Das größte noch erhaltene Mauerstück soll am 8. September, dem Tag des offenen Denkmals, mit weißem Stoff vollständig verhüllt werden. Nationale und internationale Künstler wollen mit der Aktion darauf aufmerksam machen, dass die East Side Gallery ihrer Ansicht nach ein "unbequemes Denkmal" ist.
Der Tag des offenen Denkmals 2013 stellt bundesweit sogenannte unbequeme Denkmäler in den Blickpunkt. "Die Reste der Berliner Mauer finden dabei aber überhaupt keine Beachtung", kritisiert die Künstlerinitiative East Side Gallery e.V..
Im Frühjahr hatten Aktivisten bereits mit Protestaktionen weltweit Schlagzeilen gemacht und unter anderem den US-Schauspieler und Sänger David Hasselhoff dafür eingespannt.
Neben einem Hotelkomplex soll an der East Side Gallery ein 63 Meter hohes Gebäude mit Luxuswohnungen entstehen.




