Einige der Sprecherinnen und Sprecher, Fotomontage (V. l. o. im Uhrzeigersinn: Sophie Rois, Markus Meyer, Imogen Kogge, Axel Milberg, Heikko Deutschmann, Hanns Zischler), Foto: rbb/Thomas Ernst, Hanna Lippmann und Carsten Kampf

Mammutprojekt von Kulturradio auf 31 CDs - "Ulysses"-Lesung räumt Preis der Schallplattenkritik ab

Es war ein einmaliges Ereignis in der Radiogeschichte, als rbb-Kulturradio im Frühjahr und Herbst 2012 den Jahrhundertroman Ulysses von James Joyce in ganzer Länge sendete - eingesprochen von Schauspielern wie Axel Milberg und Anna Thalbach. Die gesamte Aufnahme füllt sage und schreibe 31 CDs. Nun gab es dafür den wichtigen Preis der Schallplattenkritik.

Die erste vollständige Lesung des Romans Ulysses vom rbb-Kulturradio ist mit dem  Jahrespreis 2013 der deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet worden.

Das Buch von James Joyce sei "von exzellenten Schauspielern ohne jedes akustische Beiwerk interpretiert" worden, erklärte die Jury am Mittwoch. "Diese Produktion bietet ein Hörvolumen von knapp vierzigstündiger Dauer und wird als zeitloses Dokument höchsten Grades in die Geschichte der Tonaufzeichnung eingehen", hieß es in der Begründung.

Einmalig in der Radiogeschichte

Erstmalig in der Radiogeschichte strahlte Kulturradio im Frühjahr und Herbst 2012 den Jahrhundertroman Ulysses des irischen Autos James Joyce als ungekürzte deutsche Hörfassung aus. Über 40 renommierte Schauspieler und Sprecher – darunter Matthias Brandt, Axel Milberg, Hanns Zischler, Imogen Kogge, Sophie Rois, Anna Thalbach und Gerd Wameling – hatten zuvor den kompletten Roman eingelesen.

Die gesamte Aufzeichnung, eine Kooperation mit dem Müncher Hörverlag, umfasst über 80 Folgen. Die daraus entstandene Hörbuchfassung im Umfang von 31 CDs wurde nun ausgezeichnet.

Der Preis der deutschen Schallplattenkritik e.V. ist ein unabhängiger Zusammenschluss von Musikkritikern und Journalisten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Einmal jährlich verleiht der Verein bis zu 14 Jahrespreise aus verschiedenen Musikrichtungen für die besten Produktionen des zurückliegenden Jahres.

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