Der Schauspieler Otto Sander 2012 in Schwerin als Gast bei einer Pressekonferenz des Filmkunstfestes (Quelle: dpa)
Video: Abendschau | 28.09.2013 | Beitrag von Ulli Zelle

Beisetzung von Otto Sander - Abschied von einer "Berliner Institution"

Der Dorotheenstädtische Friedhof in Berlin-Mitte ist die letzte Ruhestätte vieler bekannter Künstler der Stadt. Am Samstag ist eine weitere Persönlichkeit hinzugekommen - der Schauspieler Otto Sander. Mit einer bewegenden Trauerfeier hat Berlin Abschied genommen. Sander war am 12. September im Alter von 72 Jahren gestorben.

Familie, Freunde und Weggefährten haben am Samstag im Rahmen einer bewegenden Trauerfeier im Berliner Ensemble Abschied von Otto Sander genommen. Der Schauspieler war am 12. September im Alter von 72 Jahren gestorben.

Meret Becker (l-r), Monika Hansen und Ben Becker nehmen Abschied von ihrem Vater und Ehemann, dem verstorbenen Schauspieler Otto Sander (Quelle: dpa)
Otto Sanders Ehefrau Monika Hansen (M.) wurde von ihren Kindern Meret und Ben Becker begleitet.

Zu den mehreren hundert Gästen gehörten die Schauspieler Klaus Maria Brandauer, Uwe Ochsenknecht und Iris Berben sowie die Sänger Udo Lindenberg und Klaus Hoffmann. Außerdem waren der langjährige Intendant der Berliner Schaubühne, Jürgen Schitthelm, Regisseur Wim Wenders, Ex-Innenminister Otto Schily (SPD), Klaus Wowereit und der Präsident der Akademie der Künste, Klaus Staeck, gekommen.

Sanders Stiefkinder Ben und Meret Becker nahmen Hand in Hand vor dem Sarg auf der Bühne des Berliner Ensembles Abschied.

Wowereit: "Berlin sagt Danke!"

Auf der Bühne waren neben dem Sarg eine Kerze und ein Schwarz-Weiß-Foto des Schauspielers aufgestellt. Bei der Trauerfeier sprachen unter anderem der Hausherr des Berliner Ensembles, Claus Peyman, und der Regisseur Wim Wenders ("Der Himmel über Berlin").

Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit würdigte Otto Sander als "eine Berliner Institution" und als einen "der glaubwürdigsten und populärsten Schauspieler unserer Zeit". Er nehme Abschied von einem "großen Schauspieler und beliebten Bürger unserer Stadt, der uns mit seiner Kunst tief berührte". Sander habe sich als "Berufsberliner" gesehen. "Er war mehr, er war Berlin, einer von uns, man wollte ihn in den Arm nehmen. Wir werden Otto Sander vermissen, aber nie und nimmer vergessen. Berlin sagt Danke!", so Wowereit.

Wim Wenders erinnerte an die gemeinsamen Dreharbeiten zum Film "Himmel über Berlin" und erzählte dazu Anekdoten. Sander sei in dem Film zwar der "Engel der Tränen" gewesen, "aber sonst haben ich und Sander immer Tränen gelacht".

Außerdem wurde ein Brief des früheren sowjetischen Staats- und Parteichefs Michail Gorbatschow verlesen. Darin würdigte er Sander nicht nur als Schauspieler, sondern auch als Persönlichkeit, die einen tiefen Eindruck auf ihn hinterlassen habe. "Sein Ableben ist ein Verlust für die deutsche, europäische, ja die Weltkunst."

Im Anschluss zogen die Trauergäste über die Friedrich- und Chausseestraße zum nahe gelegenen Dorotheenstädtischen Friedhof. Dort wurde Sander neben dem Regisseur Frank Beyer ("Spur der Steine") beigesetzt.

Auf dem Friedhof ruhen bekannte Persönlichkeiten wie der Dramatiker Bertolt Brecht, die Schriftstellerin Anna Seghers oder der Philosoph Georg Wilhelm Friedrich Hegel.

Seit langem an Krebs erkrankt

Sander war seit langem an Krebs erkrankt und am 12. September im Alter von 72 Jahren in Berlin gestorben. Der 1941 in Hannover geborene Sander galt als einer der großen Darsteller des deutschsprachigen Theaters. 1968 war er nach Berlin gekommen, als ihn Regisseur Claus Peymann an die Freie Volksbühne Berlin holte. Von 1970 bis 1979 wirkte Sander im Ensemble der Berliner Schaubühne mit, wo er unter Stein und Peymann zum Bühnen-Star avancierte. Außerdem spielte er in 130 Kino- und Fernsehfilmen mit, darunter "Die Blechtrommel" und "Das Boot".

Trauerkränze liegen vor dem Grab des Schauspielers Otto Sander am 28.09.2013 auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof in Berlin (Quelle: dpa)
Abschied von Otto Sander auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof.

Mit seiner sonoren Stimme hatte er sich auch einen Ruf als Synchronsprecher erworben. Er arbeitete mit bekannten Regisseuren wie Peter Stein, Robert Wilson und Klaus Michael Grüber zusammen. Für seine Leistungen wurde er unter anderem mit dem Grimme-Preis und dem Deutschen Darstellerpreis geehrt. Im Jahr 2008 wurde er für sein Lebenswerk mit der Berlinale Kamera ausgezeichnet.

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