
Sechs Bücher nominiert - Berliner Autoren dominieren Shortlist zum Deutschen Buchpreis
Berlin untermauert einmal mehr seine gewichtige Stellung in der deutschen Literatur: Sechs Bücher haben es auf die Shortlist zum Deutschen Buchpreis 2013 geschafft - und vier von ihnen stammen von Autoren, die in der Hauptstadt leben. Gebürtiger Berliner ist aber nur einer von ihnen.
Im Wettbewerb um den Deutschen Buchpreis sind sechs Autoren für das Finale nominiert worden. Die Jury entschied sich aus den 20 Titeln der Longlist für Mirko Bonné ("Nie mehr Nacht"), Reinhard Jirgl ("Nichts von euch auf Erden"), Clemens Meyer ("Im Stein"), Terézia Mora, ("Das Ungeheuer"), Marion Poschmann ("Die Sonnenposition") und Monika Zeiner ("Die Ordnung der Sterne über Como"). Dies teilte der Börsenverein des Deutschen Buchhandels
am Mittwoch in Frankfurt mit.
Nicht auf die Shortlist geschafft haben es prominente Autoren wie Daniel Kehlmann ("F") und Uwe Timm ("Vogelweide"). Beide waren unter den 20 Nominierungen auf der Longlist.
"Auf der Shortlist stehen extrem unterschiedliche Schreibweisen nebeneinander und zeigen so die Vielfalt der gegenwärtigen literarischen Möglichkeiten: lyrische Bilderwelten, große Weltentwürfe, psychologisch genau ausdifferenzierte Figurenkonstellationen", sagte der Kritiker Helmut Böttiger, Sprecher der siebenköpfigen Jury. Der deutschsprachige Gegenwartsroman zeige sich spannungsreicher denn je. Die Jury hat insgesamt 201 neue Romane in den vergangenen fünf Monaten gesichtet.
Die Shortlist unterstreicht zudem die wichtige Stellung Berlins in der deutschen Literaturlandschaft, denn vier der sechs Autoren wohnen in der Hauptstadt: Monika Zeiner, die gebürtige Essenerin Marion Poschmann, die im ungarischen Sopron geborene Terézia Mora und Büchnerpreisträger Reinhard Jirgl, der einzige gebürtige Berliner unter den Nominierten. Erst im vergangenen Jahr hatte sich die in Berlin lebende Autorin Ursula Krechel mit ihrem Roman "Landgericht" beim Deutschen Buchpreis durchgesetzt.
Die weiteren zwei Nominierten in diesem Jahr leben in Hamburg (Mirko Bonné) und Lepzig (Clemens Meyer).
Verleihung auf der Frankfurter Buchmesse am 7. Oktober
Der Deutsche Buchpreis wird in diesem Jahr zum neuten Mal vergeben. Die bisherigen Preisträger waren Arno Geigers "Es geht uns gut" (20015), Katharina Hackers "Die Habenichtse" (2006), "Die Mittagsfrau" von Julia Franck (2007), "Der Turm" von Uwe Tellkamp (2008), "Du stirbst nicht" von Kathrin Schmidt (2009), "Tauben fliegen auf " von Melinda Nadj Abonji (2010), "In Zeiten des abnehmenden Lichts" von Eugen Ruge (2011) und "Das Landgericht" von Ursula Krechel (2012).
Der diesjährige Sieger wird am 7. Oktober zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse bekanntgegeben. Der Preis für die beste literarische Neuerscheinung des Jahres ist mit insgesamt 37.500 Euro dotiert.
