
Neuerwerbung in Potsdam - Fontane-Archiv präsentiert bisher unbekannte Briefe
Briefe aus den zehn letzten Lebensjahren von Theodor Fontane hat sein Archiv in Potsdam erworben. Dieser Nachlass des Schriftstellers gilt als besonders wertvoll- bisher waren keine Originale aus dieser Zeit bekannt. Am Donnerstag wurden sie der Öffentlichkeit erstmals präsentiert.

Insgesamt 18 neu erworbene Briefe wurden am Donnerstag stolz im Fontane-Archiv in Potsdam gezeigt. Der Ankauf der Korrespondenz des in Neuruppin geborenen Schriftstellers mit seiner Frau Emilie gelang schon im April, jetzt wurden die Schreiben offiziell vorgestellt.
Die Briefe stammen aus Fontanes letzten zehn Lebensjahren, 1879 bis 1889. Aus dieser Periode waren bislang keine Originale, sondern nur Abschriften bekannt. Drei der Briefe waren sogar völlig unbekannt. Einer davon stammt aus Kissingen, wo der Dichter 1889 zu einer sommerlichen Kur war. Die Briefe sind laut Archiv sehr wertvoll, weil Fehler in Abschriften korrigiert und der Forschung zugänglich gemacht werden können.
Kaufpreis der Briefe ist unbekannt
Nach Angaben des Fontane-Archivs wurde der Ankauf der Briefe durch die Kulturstiftung der Länder unterstützt. Zum Kaufpreis äußerte sich das Haus nicht.
Die wissenschaftliche Einrichtung geht auf eine Gründung der Provinzialverwaltung Brandenburg im Jahr 1935 zurück, die dem Familiennachlass vom Sohn des Autors erworben hatte. Seit 2007 hat das Fontane-Archiv seinen Sitz im historischen Gebäude "Villa Quandt", das zum Unesco-Weltkulturerbe zählt. Dort widmet sie sich der Person und dem Werk von Theodor Fontane (1819 - 1898), seiner Zeit und Zeitgenossen. Derzeit befinden sich circa 20.000 Blatt Originalhandschriften im Brandenburger Bestand, dazu zählen Manuskripte zu Romanen, Erzählungen und Gedichten.
Weltliterat aus Neuruppin
Heinrich Theodor Fontane kam am 30. Dezember 1819 in Neuruppin das Licht der Welt. Wie sein Vater erlernte er in der Stadt den Beruf des Apothekers und entschloss sich später dazu, Schriftsteller zu werden. Berühmt sind seine Gedichte, wie "Herr von Ribbeck" und seine Balladen ("John Maynard"). Seine Romane, wie "Frau Jenny Treibel", "Effi Briest" und "Der Stechlin", sind fest im Märkischen verwurzelt und porträtieren liebevoll und ironisch den märkische Adel im Untergang.
