Ein Schild an der Verlagszentrale von Suhrkamp in Berlin (Bild: DPA)

Streit um Verlagshaus - Suhrkamp-Entscheidung kommt im November

Im jahrelangen Streit um den renomierten Suhrkamp-Verlag bahnt sich nun ein vorläufiges Ende an. Das Landgericht Frankfurt (Main) will am 13. November über den gegenseitig beantragten Ausschluss der beiden Hauptgesellschafter entscheiden. Der Ausgang ist völlig offen.

Im Prozess der Suhrkamp-Eigentümer um den wechselseitig beantragten Ausschluss will das Landgericht Frankfurt (Main) am 13. November eine Entscheidung verkünden. "Das Ergebnis ist für mich völlig offen", sagte der Vorsitzende Richter der 3. Handelskammer, Norbert Höhne, am Mittwoch nach zweistündiger Verhandlung.

Seit Jahren bekämpfen sich im renommierten Verlag Minderheitsgesellschafter Hans Barlach und die Familienstiftung von Verlagschefin Ulla Unseld-Berkéwicz erbittert. Wegen Verletzung der Treuepflicht wollen sie sich vor Gericht gegenseitig als Gesellschafter ausschließen lassen.

Die Verlegerin Ulla Unseld-Berkéwitz (Quelle: dpa)
Die Verlegerin Ulla Unseld-Berkéwitz (Quelle: dpa)

Keine Annährung in Sicht

Die Handelskammer hatte bei einem ersten Termin im Februar beiden Seiten Zeit gelassen, sich bis zum 25. September außergerichtlich zu einigen. "Es gibt keine Anzeichen, dass die Protagonisten anfangen, Geschmack aneinander zu finden", stellte Höhne am Mittwoch fest.

Die Familienstiftung hält 61 Prozent, Barlachs Medienholding 39 Prozent. Die Verlagschefin hat in Berlin unterdessen in Insolvenzverfahren in die Wege geleitet, um den Verlag von einer Kommandit- in eine Aktiengesellschaft umzuwandeln.

Chronologie: Der Kampf um den Suhrkamp-Verlag

  • Die Kontrahenten

  • Der Verlag

  • 2002

  • 2003

  • 2006

  • 2009

  • 2010

  • 2011

  • 2012

  • 2013

Außenansicht der Verlagszentrale von Suhrkamp (Quelle: dpa)

Gericht gibt Barlach recht - Umwandlung von Suhrkamp in eine AG wieder in Frage gestellt

Vergangene Woche ließ ein Berliner Gericht den Insolvenzplan des angeschlagenen Suhrkamp Verlags zu. Das Landgericht Frankfurt trat jetzt jedoch auf die Bremse: Es untersagte, dass die Familienstiftung von Verlagschefin Ulla Unseld-Berkéwicz auf der Gläubigerversammlung ihrem eigenen Insolvenzplan zustimmt. Damit ist wieder offen, ob der Verlag in eine Aktiengesellschaft umgewandelt werden kann.