Ausstellung "Wien Berlin" - Wettstreit zweier Kulturmetropolen
Hier Max Liebermann und Ernst Ludwig Kirchner, dort Gustav Klimt und Oskar Kokoschka: In Kooperation mit der Österreichischen Galerie Belvedere präsentiert die Berlinische Galerie erstmals wichtige Werke der Berliner und Wiener Moderne gemeinsam. Rund 200 Exponate belegten den intensiven künstlerischen Austausch zwischen Donau und Spree zu Beginn des 20. Jahrhunderts.
Die alte Kulturmetropole Wien gegen das aufstrebende Berlin. Gemütlichkeit gegen Geschäftigkeit. Die Ausstellung „Wien Berlin. Kunst zweier Metropolen“ erzählt vom Wettstreit dieser beiden Städte. „Während das nervöse Wien um 1900 eine Vormachtstellung in der Kunst hatte, wurde Berlin nach 1918 zum Inbegriff der Moderne und einer vibrierenden Metropole“, erklärt Thomas Köhler, Direktor der Berlinischen Galerie.
Berlin und Wien verbindet mehr als nur die gemeinsame Sprache. Zwischen den beiden Metropolen gibt es seit jeher einen vielfältigen Dialog unterschiedlicher Kunstsparten. Während die Beziehungen im Bereich Literatur, Theater und Musik gut erforscht sind, thematisiert die Berliner Ausstellung erstmals den Austausch in der bildenden Kunst.
Höhepunkte der Epoche neben unbekannteren Werken
Ausgestellt werden zentrale Werke von den Sezessionen über den Expressionismus bis zur neuen Sachlichkeit. Highlights der Epoche werden bei der Schau mit unbekannteren Werken kombiniert. Neben Werken von Liebermann, Kirchner, Klimt und Kokoschka sind auch Künstler wie Otto Dix, George Grosz, Max Oppenheimer, Max Beckmann, Hans Baluschek und Lotte Laserstein vertreten.
„Wien und Berlin sind zwei Metropolen, die sich geschwisterlich ähneln, aber wie zwei Geschwister auch ein sehr unterschiedliches Temperament haben“, sagt Ralf Burmeister, Kurator der Ausstellung. „Die eine stürmischer, die andere – Wien – etwas dezenter, feiner im Stil. Berlin ist immer direkt und gerade heraus, das findet man auch in der Kunst wieder.“
Während sich die Berliner Sezessionisten um Liebermann zunehmend der Alltagswirklichkeit widmeten und die Erfahrung der Großstadt thematisierten, dominierte bei den Wiener Stilkünstlern um Klimt und Koloman Moser die ornamentale Form, häufig in Verbindung mit einer symbolistischen Bildsprache. Mit der Auflösung des Habsburgerreichs nach 1918 verliert Wien als Kunstmetropole an Bedeutung, viele Wiener Künstler ziehen nach Berlin, um in der neuen Hauptstadt der Moderne am Puls der Zeit zu sein. Die Bewegungen Dada, Verismus und Neue Sachlichkeit setzen sich an der Spree nun offensiv mit der neuen politischen und gesellschaftlichen Lage auseinander.
Die Ausstellung „Wien Berlin. Kunst zweier Metropolen“ ist bis Ende Januar im Berliner Landesmuseum zu sehen. Danach soll die in Kooperation mit der Österreichischen Galerie Belvedere erarbeitete Schau auch in Wien gezeigt werden (14. Februar bis 15. Juni 2014). Die Exponate kommen aus dem Bestand der beteiligten Häusern sowie aus nationalen und internationalen Sammlungen.



