Die Staatsoper im Schiller Theater (Bild: dpa)

Viertes Jahr im Ausweichquartier - Berliner Staatsoper eröffnet Spielzeit mit der "Zarenbraut"

Die neue Saison an der Berliner Staatsoper ist am Donnerstag gestartet. Zum Auftakt war die Oper "Die Zarenbraut" unter Leitung von Dirigent Daniel Barenboim zu sehen - wie seit vier Jahren im Ausweichquartier im Schiller-Theater. Wann die Staatsoper wieder Unter den Linden einzieht, ist völlig unklar.

Mit der selten gespielten Oper "Die Zarenbraut" des russischen Komponisten Nikolai Rimsky-Korsakow eröffnete Dirigent Daniel Barenboim am Donnerstag die Saison an der Berliner Staatsoper. Regie führte der Russe Dmitri Tcherniakov, der einer der gefragtesten, international tätigen Opernregisseure weltweit ist. In der Hauptrolle trat die russiche Sopranistin Olga Peretyatko auf. Ihr galt bei der Premiere zusammen mit ihrer Kollegin Anita Rachvelishvili der größte Applaus.

Die Geschichte nach historischem Vorbild um den Zaren Ivan IV. im 16. Jahrhundert, der sich aus 2.000 Frauen seine Gattin aussuchen will, lässt Regisseur Tcherniakow in einem Fernsehstudio spielen. Dabei wird der Herrscher immer wieder über Video eingeblendet.

Das 1899 in Moskau uraufgeführte Werk zählt heute zu den Opernraritäten. Rimsky-Korsakow knüpft in seinen Melodien an die russische Folklore an. An der Berliner Staatsoper hatte Tcherniakow mit "Boris Godunow" 2005 seine erste Oper außerhalb Russlands inszeniert.

Vierte Spielzeit im Ausweichquartier

In dieser Spielzeit sind im Schiller-Theater Stars wie Anna Netrebko, Plácido Domingo und Rolando Villazón zu sehen. Die Choreographin Sasha Waltz wird zwei Neuproduktionen verantworten: Neben dem Ballett "Le Sacre du Printemps" nach der Musik von Igor Strawinsky wird Waltz auch Richard Wagners Oper "Tannhäuser" auf die Bühne bringen.

Die Staatsoper geht mit der Saison 2013/14 in ihre vierte Spielzeit im Ausweichquartier im Schiller Theater. Nach mehreren Pannen bei der Renovierung ist ein Termin für den Wiedereinzug im historischen Haus Unter den Linden nicht bekannt.

Noch kein neuer Termin für die Staatsoper Unter den Linden

Ende 2015 sollte die Staatsoper wieder Unter den Linden residieren. Zwei Jahre später als von der Politik gewünscht und - so befürchten Skeptiker - selbst das ist eher unwahrscheinlich. Denn die Sanierung des denkmalgeschützen Gebäudes zieht sich länger hin als erwartet, wie auch ein Baustellenrundgang im August gezeigt hat.

Selbst Berlins Senatsbaudirektorin Regula Lüscher glaubt inzwischen nicht mehr an eine Eröffnung im Oktober 2015. Einen neuen Termin will sie allerdings erst im Frühjahr nennen.

Auch der Kostenrahmen, immer wieder angehoben und im Dezember 2012 noch bei 288 Millionen Euro angelangt, galt nach letztem Stand als zu tief kalkuliert. Derzeit rechnet die Senatsbaudirektion mit 296 Millionen Euro. Im Herbst soll es aber neue Schätzungen geben. Wenn es länger als bis zum Oktober 2015 dauert, kostet jeder Monat circa eine zusätzliche Million.

Für das Bauvorhaben springt der Bund mit 200 Millionen Euro in die Presche. Alle Mehrkosten muss das Land Berlin tragen.

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