Das 90 Quadratmeter große Wandbild «Der Mensch, das Maß aller Dinge» des Malers Walter Womacka (Bild: dpa)

Hochhausblock in der Berliner Sperlinggasse - Wandbild von Walter Womacka neu enthüllt

An einem Plattenbau, nicht weit entfernt vom neuen Stadtschloss, prangt nun auf 90 Quadratmatern DDR-Kunst: Ein fast vergessenes Wandgemälde von Walter Womacka wurde nach 45 Jahren zum zweiten Mal enthüllt. Womacka gilt als einer der herausragendsten Vertreter des sozialistischen Realismus, seine Kunst prägt bis heute das Gesicht von Ostberlin.

Es dauert noch eine Weile, bis das neue Stadtschloss ein wenig Preußenglanz in die Berliner Innenstadt zurückbringt. Die das Stadtbild prägende DDR-Kunst ist derweil putzmunter - und bekam nochmals Verstärkung.

In der Sperlinggasse, nur wenige Minuten von der Schlossbaustelle entfernt, wurde am Dienstag das 90 Quadratmeter große Wandbild "Der Mensch, das Maß aller Dinge" des Malers Walter Womacka am Dienstag nach 45 Jahren zum zweiten Mal enthüllt. 

Man wolle damit ein Stück der kulturellen Identität Berlins bewahren, teilte die Wohnungsbaugesellschaft Berlin-Mitte mit. Sie hatte das Gemälde, das einst für das DDR-Bauministerium geschaffen wurde, vor drei Jahren vor dem Abriss bewahrt.

Künstler Walter Womacka vor seinem 1997 entstandenen Ölgemälde «Verwundeter Stier» (Bild: dpa)

Womacka, der 2010 im Alter von 84 Jahren starb, hatte das Bild einst für das DDR-Bauministerium geschaffen. Nun wurde es an der Giebelwand des sanierten Wohnhauses in der Nähe des alten Standortes neu aufgebaut. Womacka galt als Vertreter des sozialistischen Realismus.

Zu seinen Werken, die das Stadtbild prägen, zählen auch der riesige Wandfries am Haus des Lehrers mit dem Titel "Unser Leben" sowie auf dem nahen Alexanderplatz der "Brunnen der Völkerfreundschaft". Auch das Wandgemälde am "Haus des Reisens" stammt von ihm.

Womacka: Tafelbilder, Wandgemälde und Mosaikfriese

Bekannt ist auch Womackas Ölgemälde "Am Strand". Mehr als drei Millionen Mal wurde es als Kunstdruck reproduziert. Drei großformatige Wandbilder für das DDR-Außenministerium waren beim Abriss des Gebäudes 1995/96 jedoch vernichtet worden.

Der Künstler galt als Vertreter des sozialistischen Realismus. Zwanzig Jahre lang war er Rektor der Kunsthochschule Berlin- Weißensee. In seiner 2004 erschienen Biografie "Farbe bekennen" hatte Womacka den Mauerbau verteidigt.