Preisverleihung beim Cottbuser Filmfestival - Haupt-"Lubinas" für russische Filme
Gleich beide Hauptpreise des Cottbuser Osteuropa-Filmfestivals gehen nach Russland: bester Film und beste Regie. Einen großen Orden kann sich das Festival allerdings auch selbst umhängen - die Beliebtheits-"Lubina": Zur 23. Auflage des osteuropäischen Filmtreffens in der Lausitz kamen mehr als 20.300 Filmfans - so viele wie noch nie.
In Cottbus sind die besten Filme des Osteuropa-Festivals ausgezeichnet worden. Der Hauptpreis für den besten Film geht in diesem Jahr an den Regisseur Aleksander Veledinsky für "Der Geograph, der den Globus austrank". Darin erzählt der russische Filmemacher die Geschichte des Erdkundelehrers Viktor, der in einer Lebenskrise steckt, aber die plötzlich überall auftauchenden kleinen und großen Probleme mit Humor und Selbstironie angeht und meistert.
Die Jury würdigte Veledinskys Arbeit als ein Beispiel für "die vorzügliche Beherrschung" des Regiehandwerks verbunden mit "einer großen Verspieltheit". Der Preis ist mit 20.000 Euro dotiert. Daneben erhielt der Regisseur eine gläserne Frauenfigur mit dem sorbischen Vornamen Lubina" ("Die Liebliche").
Regiepreis für Film über Korruption und Gewalt
Mit dem rbb-Spezialpreis für die beste Regie wurde der russische Film "Der Major" von Jury Bykow ausgezeichnet. Der Thriller beschreibt die Spirale von großen und kleinen Gefallen, von Korruption, Vetternwirtschaft und Gewalt. Ein Major der örtlichen Polizei überfährt einen Jungen, ist sich klar über seine Schuld und benachrichtigt darum zunächst seine Kollegen, statt offiziell die Polizei zu rufen. Er löst so eine tödliche Spirale von Amtsmissbrauch aus. Bykows Arbeit beschreibt die Jury in ihrer Preisbegründung als "zurückhaltende und handwerklich hervorragende Beherrschung der Kinosprache". Das Preisgeld hier: 7.500 Euro.
Darstellerpreise gehen in die Slowakei und nach Slowenien
Als beste Darsteller ehrte die Festivaljury Michaela Bendulova für ihre Rolle in der slowakisch-tschechischenen Koproduktion "Wunder" und Emir Hadžihafizbegović für seinen Part in dem slowenisch-kroatischen Film "Chefurs raus!".
Mit dem Preis für den besten Streifen im U18 Deutsch-Polnischer Wettbewerb Jugendfilm (1.500 Euro) wurde der deutsche Spielfilm "Staudamm" von Thomas Sieben gewürdigt. Im Wettbewerb Kurzspielfilm überzeugte der Beitrag "Schweinehund" von Maria Zbaska (2.500 Euro).
Insgesamt wurden 73 500 Euro Preisgelder bei der Veranstaltung in der Cottbuser Stadthalle vergeben.
Noch vor dem Abschluss mit dem Publikumstag am Sonntag meldete das Festival einen neuen Besucherrekord: 20.300 Besucher kamen an den vergangen fünf Tagen in die Vorstellungsäle – so viele wie noch nie.
Die 23. Auflage des Filmfestivals war am Dienstag eröffnet worden. An den insgesamt sechs Festivaltage wurden mehr als 150 Filme aus 38 Ländern gezeigt. Im Anschluss gehen einige gezeigten Film vom 11. bis 16. November auf Tour und werden in Berlin und Dresden gezeigt. Zum Abschluss des Festivals wurde auch der Termin für das Treffen im kommenden Jahr bekannt gegeben: 4. bis 9. November.







