Max Liebermann: "Atelier des Künstlers" (1902); Foto: Kunstmuseum St. Gallen

Ausgewählte Werke wieder am historischen Ort vereint - Sonderausstellung zu Max Liebermanns Kunstsammlung eröffnet

Cézanne, Renoir, Monet, Rembrandt und Adolph Menzel: Zur Kunstsammlung von Max Liebermann gehörten viele "verlorene Schätze". In der am Sonntag eröffneten Sonderausstellung in der Berliner Liebermann-Villa lassen sich diese wiederentdecken.

Die Liebermann-Villa am Berliner Wannsee dokumentiert in einer neuen Ausstellung die Geschichte der einstigen Kunstsammlung des Berliner Malers Max Liebermann. Unter dem Titel "Verlorene Schätze" wird mit zahlreichen Fotos und originalen Werken auch der frühere Aufbau der Sammlung rekonstruiert. Die Werke sind erstmals wieder am historischen Ort zu sehen.

Die Ausstellung wurde am Sonntag eröffnet und ist bis Anfang März 2014 zu sehen. Zu den Schätzen der Liebermann-Sammlung gehörten unter anderem Werke alter niederländischer Meister wie Rembrandt und Frans Hals sowie Arbeiten von Honoré Daumier und Adolph Menzel. Zu den Glanzlichtern zählten die Impressionisten mit Bildern von Édouard Manet, Cézanne, Renoir, Monet und Pissaro.

Beispiel für Zerschlagung jüdischer Privatsammlungen bis 1945

"Wir wollen zeigen, was diese Sammlung ausgemacht hat", sagte Museumsleiter Martin Faass. "Wir wollen auch zeigen, welches Schicksal diese Bilder nach 1933 genommen haben." Wegen seiner jüdischen Herkunft wurde Liebermann vom NS-Regime verfolgt. So erzählt die Ausstellung auch vom größten Kunstraub der Geschichte - der größte Teil der Bilder ist heute in alle Welt verstreut oder verschollen.

Zudem werden auch aktuelle Forschungsergebnisse vorgestellt, die zum Teil die verschlungenen Wege aufzeigen, die zahlreiche Werke nach dem Tod des Malers 1935 nahmen. Drei Menzel-Zeichnungen und ein Ölbild von Carl Blechen sind jüngste Restitutionserfolge, die hier gezeigt werden, bevor sie an die Familie zurückgehen.

Der Katalog zur Ausstellung enthält zudem ein aktualisiertes Verzeichnis der Sammlung Liebermann mit 254 eindeutig identifizierten Bildern. "Das ist die Spitze des Eisbergs", betont Faass. Vor dem Hintergrund des Münchner Kunstfundes erhält die Schau nun eine besondere Aktualität.

Max Liebermann wurde am 20. Juli 1847 in Berlin geboren und starb dort am 8. Februar 1935. Der Künstler gilt als einer der bedeutendsten Vertreter des deutschen Impressionismus und leitete von 1920 bis 1933 die preußische Akademie der Künste.

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