Schwedter Theater muss Kredit aufnehmen - Uckermärkische Bühnen haben Geldsorgen

Sie liegt am kulturell eher schwach besetzten östlichen Rand Brandenburgs und hat sich in den vergangenen Jahren zu einer der Vorzeigebühnen des Landes entwickelt. 135.000 Besucher können die uckermärkischen Bühnen Schwedt im Jahr verbuchen. Dennoch wird das Haus von Geldnöten geplagt. Mit einem Hilfskredit sollen nun erstmal die Löcher gestopft werden.

Die Uckermärkischen Bühnen Schwedt  befinden sich in finanziellen Nöten. Das Theater müsse einen Kredit in Höhe von 600.000 Euro beantragen, kündigte Intendant Reinhard Simon am Dienstag an. Die Kosten für Personal, Energie und Erhalt des Hauses seien gestiegen, die staatliche Förderung sei jedoch gleich geblieben, so Simon.  Strukturell sei das Theater unterfinanziert.

Das Haus gehe nun zusätzlich zum Kassenkredit, der kurzfristig die Liquidität sichere, auf einen Konsolidierungskurs. Fünf Personalstellen müssten mittelfristig in dem 100 Mitarbeiter zählenden Betrieb wegfallen. Betriebsbedingte Kündigungen schloss Simon jedoch aus.

Intendant Reinhard Simon geht mit seinem Theater auf Konsolidierungskurs

Simon: Stellen einsparen, Honorare kürzen, Preise erhöhen

"Wir werden Stellen bei auslaufenden Verträgen nicht wieder besetzen, beispielsweise wird unser 14-köpfiges Ensemble auf 13 Mitglieder schrumpfen." Die Zahl der Neuinszenierungen werde verringert. Außerdem würden die Aufwendungen für Honorare, Fahrkosten, Bühnenbilder und den Wachschutz teilweise drastisch gekürzt.

Simon zufolge wird darüber nachgedacht, bestimmte Programmformate wie die hauseigenen Messeveranstaltungen komplett zu streichen. 300.000 Euro sollen durch all diese Maßnahmen eingespart werden, so der Plan. Um die Einnahmen zu erhöhen, sollen zudem die Kartenpreise um 2,15 Euro je Ticket angehoben werden. Für sozial Schwache gibt es weiterhin Ermäßigungen.

Landeskulturfonds soll helfen

Hilfe bei der Sanierung der Uckermärkischen Bühnen erwartet die Stadt Schwedt auch vom Land Brandenburg. "Uns wurde bereits zugesichert, dass die Mittel aus dem Kulturfonds um 40.000 Euro angehoben werden. Weitere 45.000 Euro haben wir beantragt. Wir wollen unsererseits unsere Förderung des Theaters ebenfalls um 85.000 Euro erhöhen", kündigte der Schwedter Bürgermeister Jürgen Polzehl (SPD) an.

Das Land Brandenburg unterstützt das Schwedter Theater bislang mit ca 2,9 Millionen Euro; die Stadt Schwedt gibt als Träger der Einrichtung 1,699 Millionen Euro aus; der Landkreis Uckermark beteiligt sich jährlich mit 500.000 Euro. Polzehl erklärte, eine Aufstockung dieses Etats sei noch nicht angefragt, darüber werde aber zu verhandeln sein.