
Stiftung Preußischer Kulturbesitz - Neue Nationalgalerie in Berlin muss dringend saniert werden
Gebaut vom deutsch-amerikanischen Star-Architekten Ludwig Mies van der Rohe, ist sie bis heute ein zeitlos schöner Bau - doch seit 1968 hat der Zahn der Zeit auch an der Neuen Nationalgalerie genagt. Jetzt soll sie saniert werden, und die Stiftung Preußischer Kulturbesitz hofft, dass die neue Bundesregierung dafür auch die entsprechenden Gelder freigibt.
Bei seiner Sitzung am Montag in Berlin hat der Stiftungsrat der Stiftung Preußischer Kulturbesitz der Sanierung der Neuen Nationalgalerie oberste Priorität eingeräumt. Berlins Kulturstaatssekretär André Schmitz (SPD) sagte dem rbb, die Sanierung sei aus bautechnischen Gründen dringend notwendig.
Auch der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Hermann Parzinger, betonte, dass bei der Nationalgalerie eine Grundsanierung anstehe. Kosten von 36 Millionen Euro wollte er dem rbb am Montag nicht bestätigen, ebensowenig, dass die Sanierung noch teurer werden könnte.
Zunächst müsse man das Ergebnis der Planungen abwarten. Das Büro des britischen Architekten David Chipperfield werde diese Anfang 2014 vorlegen. Erst dann gebe es eine verlässliche Angabe zur Höhe der Sanierungskosten. Er hoffe, dass die Aussagen im neuen Koalitionsvertrag, man wolle das Bauprogramm und die Arbeit der Stiftung stärken, die Sanierungsmaßnahmen dann auch möglich machten, sagte Parzinger.
Auch "Museum der Moderne" soll gebaut werden
Außerdem gab das oberste Beschlussgremium der Stiftung grünes Licht für das Projekt "Museum der Moderne". Voraussetzung dazu sei allerdings, dass der Bauetat der Stiftung aufgestockt wird, sagte eine Sprecherin. Union und SPD hatten das in ihren Koalitionsverhandlungen in Aussicht gestellt; eine künftige Regierung und der Bundestag müssen die Zusatzgelder aber noch genehmigen.
Parzinger begrüßte die Rückendeckung des Stiftungsrats. "Ich hoffe sehr, dass die finanziellen Voraussetzungen für eine zügige Realisierung dieses Neubaus bald gegeben sind." Das neue Museum der Moderne, derzeit auf 130 Millionen Euro veranschlagt, soll neben den Beständen der Neuen Nationalgalerie auch die als Geschenk zugesagte Surrealisten-Sammlung der Familie Pietzsch aufnehmen.

