
Berliner Clubsterben - Yaam und Magdalena kämpfen um Erhalt
Wieder einmal geht es um Grundstücke am Spreeufer und wieder einmal um das Clubsterben in Berlin: Die Magdalena muss ihren Standort an der Schillingbrücke in einem Monat räumen. Immerhin um den Reggae-Club Yaam zu retten. Am Mittwoch könnte die Entscheidung fallen.
Der Technoclub Magdalena – ehemals Maria am Ostbahnhof – soll seinen Standort an der Schillingbrücke bald räumen. Stattdessen wird das Yaam ab Februar 2014 das Gelände beziehen. Denn: Der Reggae- und Jugendclub muss sein Grundstück am Stralauer Platz verlassen. Der Eigentümer, ein spanischer Investor, will das Gelände weiterverkaufen – ohne das Yaam.
Der Umzug an den derzeitigen Standort der Magdalena sollte die Lösung für den Erhalt des Yaam sein, ist jedoch mittlerweile zum Politikum geworden.
Lange hatten die Betreiber, der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg und der Senat, nach einer Lösung für den Erhalt des Yaam gesucht. Da der Berliner Liegenschaftsfonds das Magdalena-Grundstück bisher nicht wie geplant veräußert hat, sollte es zurück an den Bezirk gehen. Der Betrieb der Magdalena gehört zur Zwischennutzung des Geländes. So sollte der "Young Africans Arts Market" eine dauerhafte Zukunft bekommen.

Zustimmung des Vermögensausschusses notwendig
Doch auch der Vermögensausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses muss zustimmen. Das sollte möglichst noch auf der letzten Sitzung dieses Jahres geschehen, die am Mittwoch stattfindet, da der Mietvertrag des Yaams am alten Standort am 31.01.2014 ausläuft.
Der Chef der Senatskanzlei, Björn Böhning (SPD), hatte bereits Ende November in einer Mitteilung gefordert: "Ich möchte den Vermögensausschuss bitten, der Rückübertragung des Grundstück zügig zuzustimmen und den Weg für ein Überleben des Yaams freizumachen". Weiter hieß es, "Das Yaam sitzt auf gepackten Koffern, die Betreiber des Clubs Magdalena sind verunsichert. Ich appelliere deshalb an das Abgeordnetenhaus – und insbesondere an die CDU -, den Umzug nicht zu blockieren."
In der vergangenen Woche hatten die Betreiber der betroffenen Clubs Yaam und Magdalena eine gemeinsame Pressekonferenz abgehalten, um auf die Situation aufmerksam zu machen. Sie forderten die Politiker auf, sich zu entscheiden.
"Hängepartie zerrt an den Nerven"
In einer Presseerklärung der Clubs hieß es, beide Clubs hätten eine Strahlkraft weit über die Grenzen der Stadt und gehörten in ihren jeweiligen Szenen zu den bundesweit bekanntesten Locations. Yaam-Vorstand Ortwin Rau sagte: "Diese Hängepartie zerrt nicht nur an den Nerven, sie bedroht das Yaam akut. Wir sind all denjenigen Politikern dankbar, die Ende letzten Jahres die Einigung möglich gemacht haben. Doch was war das wert, wenn wir nun immer noch in der Luft hängen?".
Den Betreibern der Magdalena waren nach deren Angaben keine Ersatzgrundstücke angeboten worden. Derzeit stehen sie in Verhandlungen mit der Berliner Hafen- und Lagerhausgesellschaft BEHALA über ein neues Grundstück. Christian Mill teilte in der Erklärung mit: "Wir fordern die verantwortlichen Politiker auf, alles in ihrer Macht stehende zu tun, damit wir hier vielleicht doch noch eine Zukunft bekommen. Es ist gegenwärtig unsere einzige Chance!"
Die Maria am Ostbahnhof gab es bereits seit 2002. Kurzzeitig wurde der Club auch als ADS (An der Schillingbrücke) betrieben, seit zwei Jahren wird in der Magdalena gefeiert. Der Club ist eine feste Größe im Berliner Clubbetrieb. Die Betreiber befürchten, dass die Berliner Clubs mehr und mehr aus den Innenstadtbereichen verdrängt werden.
