Blick auf ein Modell der zerstörten Potsdamer Garnisonkirche (Quelle: dpa)

Unklarheit über Finanzierung - Baustart für Potsdams Garnisonkirche steht in Frage

Baubeginn 2014, Eröffnung im Reformationsjubiläumsjahr 2017 – diese beiden Daten für den Wiederaufbau der Potsdamer Garnisonkirche galten noch im Herbst als gesetzt. Nun wackelt dieser Zeitplan. Der Grund: Es fehlen Spendengelder. Und der Bund knüpft seine Zusage von zwölf Millionen Euro daran, dass mehr als doppelt so viel von Spendern kommt.

Der Wiederaufbau der Potsdamer Garnisonkirche droht sich deutlich zu verzögern. Der Bund hat die Zahlung seiner Hilfen nun an neue Bedingungen geknüpft. Die zwölf Millionen Euro - vom ehemaligen Bundeskulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) für 2014 und 2015 zugesagt - würden nur freigegeben, wenn auch die Finanzierung der rund 40 Millionen Euro Gesamtkosten gesichert sei, sagte der Vorsitzende der Fördergesellschaft für den Wiederaufbau, Burkhart Franck, am Mittwochabend.

Konkret heißt diese Einschränkung für die Bundesgelder: 28 Millionen Euro müssten Stiftung und Fördergesellschaft für den Wiederaufbau der Potsdamer Garnisonkirche (FWG) in den nächsten Wochen nachweisen, bevor der insgesamt rund 40 Millionen Euro teure erste Bauabschnitt zur Errichtung des Kirchturms und des Seitenflügels starten kann.

Die bislang von der Stiftung gesammelten 6,5 Millionen Euro Spenden sind zum überwiegenden Teil bereits für bauvorbereitende Maßnahmen, die Bauplanung und die Errichtung der provisorischen Kapelle ausgegeben worden, wie die Einrichtung mitteilte.

Fördergemeinschaft will über weiteres Vorgehen beraten

FWG-Vorsitzender Burkhardt Franck sagte, die Stiftung müsse nun über ihr weiteres Vorgehen beraten und entscheiden, ob das Ziel "Fertigstellung 2017" gehalten werden kann. Den Abschluss der Bauarbeiten und damit die Eröffnung der Kirche hatte die Stiftung auf das Jahr des Reformationsjubiläums gelegt.

Kirchturm Foto/Zeichnung (Quelle: rbb)

Geldzusage stieß auf Kritik

Im August hatte der Bund überraschend erklärt, den Bau der Garnisonkirche mit zwölf Millionen Euro unterstützen zu wollen. Die Kosten für das Gesamtprojekt werden auf insgesamt rund 100 Millionen Euro geschätzt.

Die Zusage der Gelder durch den damaligen Kulturstaatsminister Bernd Neumann war auf massive Kritik gestoßen. So bezeichnete die Initiative "Potsdam ohne Garnisonkirche" die Bundesspende als "Missbrauch öffentlicher Mittel". Auch die Potsdamer Linken hatten den Einsatz öffentlicher Gelder für das Wiederaufbauprojekt kritisiert.

Gesamtkosten betragen rund 100 Millionen Euro

Der Wiederaufbau ist nicht nur aus rein finanziellen Gründen umstritten: Am 21. März 1933, dem "Tag von Potsdam", hatten sich Reichspräsident Paul von Hindenburg und Reichskanzler Adolf Hitler vor der Kirche demonstrativ die Hand gereicht. Die Zeremonie vollzog sich über den Gräbern der Hohenzollern und vor den versammelten Abgeordneten des neu gewählten Reichstages. Die Kirche wurde durch diesen Akt zu einem Symbol der Verbindung von Preußentum und Nationalsozialismus.

Im Zweiten Weltkrieg dann wurde die barocke Kirche stark beschädigt. 1968 wurde die Ruine dann gesprengt. Seit den 90er Jahren bemühen sich verschiedene Akteure um den Wiederaufbau der Kirche. 2005 wurde der Grundstein gelegt, 2008 die Stiftung für den Wiederaufbau gegründet.

Mehr zum Thema