
Filmpreis gilt als Karrieresprungbrett - Berliner Regisseur Jakob Lass gewinnt Max-Ophüls-Preis
Sein Film ist nicht nur einfach ein Film, "sondern vielmehr ein Geschenk an die Zuschauer, das nur so strotzt vor Kraft, Spielfreude, Farben und Liebe" - so lautet das überschwängliche Urteil der Jury in Saarbrücken. Gemeint ist der Streifen "Love Steaks", für den der Berliner Nachwuchsregisseur Jakob Lass am Samstag den Max-Ophüls-Preis gewonnen hat.
Der an der Hochschule für Film und Fernsehen "Konrad Wolf" Potsdam-Babelsberg entstandene Liebesfilm "Love Steaks" des Berliner Nachwuchsregisseurs Jakob Lass ist mit dem Max-Ophüls-Preis 2014 ausgezeichnet worden. Regisseur Lass erhielt bei der 35. Ausgabe des Filmfestivals am Samstagabend den Preis für den besten deutschsprachigen Nachwuchsfilm. Die
Auszeichnung ist mit 36.000 Euro dotiert.
"Love Steaks ist nicht nur ein Film, sondern vielmehr ein Geschenk an die Zuschauer, das nur so strotzt vor Kraft, Spielfreude, Farben und Liebe und einmal mehr zeigt, wozu Kino in der Lage ist", urteilte die fünfköpfige Jury am Samstag.
Doch mit der Auszeichnung gehen nicht nur viel Lob und Geld einher: Der Max-Ophüls-Preis gilt seit Jahren als Sprungbrett für Nachwuchsregisseure in Deutschland. So wird Lass' Film "Love Steaks" über ein Liebespaar hinter den Kulissen eines Luxushotels auch demnächst auf der Berlinale gezeigt.
Liv Lisa Fries ist beste Nachwuchsdarstellerin
Als beste Nachwuchsdarstellerin wurde Liv Lisa Fries mit 3.000 Euro für ihre Rolle als Mukovizidose-Patientin in dem Film "Und morgen bin ich tot" von Frederik Steiner ausgezeichnet. "Glaubwürdig und anrührend" zeige sie als todkranke Lea ein großes Repertoire an Gesten und Mimik, hieß es in der Begründung.
Zum besten Nachwuchsdarsteller wählte die Jury Vincent Krüger. In dem Film "Sunny" von Barbara Ott verkörpere er "mit glaubwürdiger Tiefe" einen aggressiven und überforderten jungen Mann, der sich um sein halbjähriges Kind kümmern muss.

Der Preis der saarländischen Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) ging an Nico Sommer für den Film "Familienfieber", der nach der Vereinbarkeit von Familienideal und individuellen Schwächen fragt. Sommer erhielt ein Preisgeld von 5.500 Euro.
"Männer zeigen Filme & Frauen ihre Brüste"
Zum ersten Mal wurde in diesem Jahr ein Preis für den gesellschaftlich relevanten Film vergeben: Isabell Šuba erhielt 5.000 Euro für ihre HFF-Produktion "Männer zeigen Filme & Frauen ihre Brüste", der die Situation von Regisseurinnen im Filmbusiness thematisiert. Für das Buch zum Film "Sitting next to Zoe" erhielten Stefanie Veith und Ivana Lalovi den mit 13.000 Euro dotierte Fritz-Raff-Drehbuchpreis.
Bei der Preisgala am Samstag wurden 16 Auszeichnungen vergeben, auch in den Kategorien Kurzfilm, Mittellanger Film und Dokumentarfilm. Insgesamt sind mehr als 160 Filme zu sehen. Das nach dem in Saarbrücken geborenen Regisseur Max Ophüls benannte Festival läuft noch bis Sonntagabend. Die Veranstalter rechnen mit rund 40.000 Besuchern.

