Ein tiefer Einblick in den Bühnenbereich der Staatsoper Unter den Linden wird am 06.01.2014 in Berlin gewährt (Quelle: dpa)
Abendschau | 06.01.2014 | Florian Eckardt

Termin steht frühestens im Frühjahr - Baldige Wiedereröffnung der Staatsoper nicht in Sicht

Kulturdesaster, Millionengrab: Für die Dauerbaustelle in der Staatsoper Unter den Linden finden Kritiker bereits jetzt harte Worte. Nach einer Sitzung des Kulturausschusses räumte Berlins Regierender Bürgermeister zudem noch ein, dass ein Termin für die Wiedereröffnung des Hauses frühestens im Frühjahr steht. Also alles BER?

Eine Wiedereröffnung der Berliner Staatsoper Unter den Linden ist weiter nicht in Sicht. Ein Termin könne erst im Frühjahr 2014 bekanntgegeben werden, sagte der Regierende Bürgermeister und Kultursenator Klaus Wowereit (SPD) am Montag im Kulturausschuss des Abgeordnetenhauses. Die Planungen seien noch nicht so weit. Der Staatsoper nütze es nichts, wenn immer wieder neue Termine genannt werden, die dann nicht eingehalten würden.

Vertreter der Opposition sprachen von einem "großen Ärgernis", die Bauverwaltung lasse die Öffentlichkeit im Dunkeln. Die kulturpolitische Sprecherin der Grünen, Sabine Bangert, kritisierte, dass sich die Bauverwaltung nur "scheibchenweisen" zum Ablauf der Sanierung äußere. Sie forderte Senatsbaudirektorin Regula Lüscher auf, Zahlen und Termine auf den Tisch zu legen.

Sanierung voraussichtlich teurer als geplant

Die Staatsoper wurde 2010 für die Sanierung geschlossen und spielt seitdem im Schillertheater. Der Termin für eine Wiedereröffnung des Gebäudes musste bereits mehrmals verschoben werden, auch der zuletzt angestrebte Zeitpunkt im Oktober 2013 wurde nicht eingehalten.

Die Gründe dafür sind vielschichtig. So wurden beispielsweise trotz umfangreicher Probebohrungen noch Reste ältererer Siedlungen entdeckt, die entfernt werden mussten. Ein unterirdischer Bau soll das Theater mit einem neuen Probenzentrum verbinden. Diese und andere tiefgelegenen Bereiche des Gebäudes müssen aufwändig gegen das Grundwasser geschützt werden.

Inzwischen wird damit gerechnet, dass sich die Baukosten um rund 50 Millionen Euro verteuern. Im Sommer ging die Senatsbaudirektion noch von 296 Millionen Euro aus. Der Bund trägt 200 Millionen Euro, alle Mehrkosten muss das Land Berlin tragen.

Bauleiter sieht Sanierung auf gutem Stand

Der Leiter der Abteilung Hochbau in der Bauverwaltung, Hermann Josef Pohlmann, berichtete am Montag, bisher seien 143 Millionen Euro verbaut worden. Die Bauarbeiten kämen gut voran, bilanzierte er.

Mit einer Erhöhung der Decke soll nach dem Wunsch von Generalmusikdirektor Daniel Barenboim die Nachhallzeit der Musik von 1,1 auf 1,6 Sekunden verlängert werden. Diese Arbeiten seien weitgehend abgeschlossen, so Pohlmann. Bis zum Jahresende soll das Dach fertig sein.

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