
Ausstellung über den Musiker kommt nach Berlin - Gropius-Bau rollt David Bowie den roten Teppich aus
David Bowie kehrt zurück nach Berlin - allerdings nicht auf die Bühne, sondern ins Museum: Im Martin-Gropius-Bau ist ab Ende Mai eine Ausstellung zu Ehren des Musikers zu sehen. Die Schau, die bereits in London zum Publikumserfolg wurde, blickt auf Bowies gesamtes Schaffen zurück - und nicht zuletzt auf die produktive Phase, die er Ende der 1970er Jahre nur wenige Kilometer entfernt vom Ausstellungsort hatte.
"Had to get the train from Potsdamer Platz" - so beginnt David Bowies Comeback-Single "Where Are We Now?", die er Anfang 2013 überraschend veröffentlichte. Wer sich für das Werk der britischen Pop-Legende interessiert, sollte allerdings besser in einen anderen Zug steigen als Bowie im Song: nicht weg vom Potsdamer Platz, sondern hin zum Potsdamer Platz. Ganz in dessen Nähe nämlich liegt der Martin-Gropius-Bau - und dort wird Bowie dieses Jahr eine große Ausstellung gewidmet.
Schlicht "David Bowie" heißt die Schau, die schon im vergangenen Jahr im Victoria and Albert Museum in London zu sehen war und derzeit im Museum of Image and Sound in Sao Paulo gastiert. Vom 20. Mai bis zum 10. August wird sie anschließend in Berlin zu Gast sein.
In der multimedialen Ausstellung werden rund 300 Objekte aus dem Leben und Schaffen des 67-Jährigen zu sehen sein, teilte die Veranstalteragentur Avantgarde am Donnerstag in Berlin mit. Unter den Exponaten befinden sich handschriftliche Texte, Kostüme, Fotografien, Filme, Musikvideos, Album-Cover und Set-Designs sowie Bowies eigene Instrumente, Bühnenkostüme und persönliche Sammlungsstücke.

Berliner Jahre auch Thema der Schau
In einem eigenen Ausstellungsteil unter dem Titel "Black and White Years" soll auf Bowies Zeit in Berlin eingegangen werden. Zu sehen seien unter anderem viele Schwarz-Weiß-Fotografien.
Bowie lebte von 1976 bis 1978 in Berlin. Er teilte sich dabei zeitweise mit dem US-amerikanischen Musiker Iggy Pop eine Wohnung in Schöneberg.
Bowies Berliner Zeit gilt als eine seiner produktivsten Schaffensphasen. Zusammen mit Brian Eno experimentierte er mit elektronischer Musik. Es entstanden die Platten "Low" (1977) und "Heroes" (1977). Zusammen mit dem Album "Lodger" (1979), bezeichnete Bowie diese Alben später als sein "Triptychon".
In "Where Are We Now?" blickte er 2013 nicht nur auf die deutsch-deutsche Wiedervereinigung, sondern auch auf die eigenen Berliner Jahre. Der Club "Dschungel" in der Nürnberger Straße kommt dabei ebenso zur Sprache wie das KaDeWe.
Gropius-Bau sieben statt sechs Tage die Woche geöffnet
Der Martin-Gropius-Bau erweitert für die Dauer der Bowie-Ausstellung seine Öffnungszeiten: Der Montag entfällt als Ruhetag, das Haus ist vom 20. Mai bis zum 10. August täglich zwischen 10 und 20 Uhr geöffnet.
Der Ticket-Verkauf hat bereits begonnen. Online kosten die Karten 14 Euro (ermäßigt 11 Euro), zuzüglich einer Gebühr von 1,20 Euro. Man sollte sich allerdings gut überlegen, welchen "train to Potsdamer Platz" man zur Anreise nimmt. Denn kommt man 15 Minuten zu spät, sind die Tickets verfallen - der Einlass ist nur jeweils in einem festgelegten Zeitfenster möglich.

