
Film über Makler und Immobilienhaie - Grimme-Preis für rbb-Koproduktion "Betongold"
Makler, Finanzinvestoren und verzweifelte Mieter: Katrin Rothe hat für ihren Film "Betongold" den Grimme-Preis gewonnen. In der rbb-Koproduktion erzählt Rothe von ihren eigenen Erfahrungen als Mieterin in einem sanierungsbedürftigen Haus, das zum Verkauf steht. Auch ein vom rbb koproduzierter Tatort erhält den renommierten Fernsehpreis.
Der Grimme-Preis zählt zu den renommiertesten Fernsehpreisen Deutschlands und der Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) zu einem der glücklichen Gewinner: In der Kategorie Information und Kultur erhält Katrin Rothe den Grimme-Preis für ihren Film "Betongold". Der Film wurde gemeinsam vom rbb und von Arte produziert.
Katrin Rothe schildert in dem Film ihre eigenen Erfahrungen. Sie ist Mieterin in einem sanierungsbedürftigen Berliner Altbau, der zum Verkauf steht: Mehr als zwei Jahre lang dokumentiert sie das Aufeinandertreffen von Mietern, Maklern, Investoren und Kaufinteressierten. Was sie nicht filmen darf, zeichnet sie. Trickfilmsequenzen illustrieren einen Häuserkampf ganz eigener Art.

Häuserkampf findet im eigenen Wohnzimmer statt
rbb-Intendantin Dagmar Reim zeigte sich erfreut über die Auszeichnung, die den rbb in der konsequenten Förderung von Dokumentationen erneut ermuntere: "In 'Betongold' erzählt Katrin Rothe, wie die Finanzkrise in ihr Wohnzimmer kam", so Reim. "Ihr persönliches Erleben zeigt eindrucksvoll, was sich hinter Schlagworten wie 'Gentrifizierung' verbergen kann."
Beteiligt war der rbb auch an einem ausgezeichneten Tatort-Produktion: "Angezählt" (rbb/ORF) dreht sich um den Tod einer Bulgarin im Wiener Prostituiertenmilieu.

In den Kategorien Fiktion, Information und Unterhaltung werden zwölf Filme mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet. Insgesamt sind die öffentlich-rechtlichen Fensehsender dieses Jahr die großen Gewinner: Sie räumen elf davon ab. Die besondere Ehrung des Deutschen Volkshochschul-Verbandes geht an die ARD-Krimireihe "Tatort". Außerdem werden drei weitere Sonderpreise vergeben. .
Der Grimme-Preis ist einer der wichtigsten deutschen Fernsehpreise. Das Grimme-Institut zeichnet Produktionen aus, die "die spezifischen Möglichkeiten des Mediums Fernsehen auf hervorragende Weise nutzen und nach Inhalt und Methode Vorbild für die Fernsehpraxis sein können". In diesem Jahr wird der Preis zum 50. Mal vergeben. Die Verleihung findet am 4. April im Theater der Stadt Marl statt.
Benannt ist die Auszeichnung nach Adolf Grimme, der von 1948 bis 1956 Generaldirektor des damaligen Nordwestdeutschen Rundfunks war.


