
Ausstellung macht Station in Cottbus - Ansichten adeliger Rückkehrer
Gekommen, um zu bleiben: Nach dem Mauerfall sind zahlreiche märkische Adelsfamilien in ihre Heimat zurückgekehrt. Viele von ihnen blieben nicht nur für einen Besuch, sondern wollten wieder in Brandenburg leben - nicht immer wurden sie mit offenen Armen empfangen. Eine Ausstellung in Cottbus erzählt die Geschichten dieser Rückkehrer.
Sie betreiben Hotels, Bauernhöfe oder Kultureinrichtungen: Adelsfamilien, die nach dem Ende der DDR nach Brandenburg zurückgekommen sind. Eine Ausstellung im Branitzer Park in Cottbus widmet sich nun den Schicksalen dieser Menschen, wie die Stiftung Fürst-Pückler-Museum Park und Schloss Branitz am Dienstag mitteilte. Eröffnet wird die Schau "Heimat verpflichtet" am Donnerstag.
Raumpioniere mit Adelstitel
Seit ihrer Rückkehr in den 90er Jahren haben die adligen Familien in Brandenburg einiges aufgebaut. Oft sind sie als Unternehmer tätig und schaffen so Arbeitsplätze in der Region. Beispiele sind das Skate-Hotel der Familie von Lochow in Petkus und das Vier-Sterne-Hotel im Schloss Lübbenau, das Familie zu Lynar betreibt. In Gut Wilsickow hat Familie von Holtzendorff ein Haus für Pflegekinder eingerichtet. Und ohne Familie von der Marwitz gäbe es heute wahrscheinlich den Kunstspeicher Friedersdorf mit Laden, Gaststätte und Ausstellungsflächen nicht.
Die Familien waren nach dem Zweiten Weltkrieg von den kommunistischen Machthabern enteignet worden. Viele gingen daraufhin in den Westen. Nach ihrer Rückkehr mussten sie häufig gegen Ressentiments ankämpfen. Viele haben ihren einstigen Besitz zurückgekauft und viel Geld investiert, um einen landwirtschaftlichen Betrieb aufzubauen oder den Tourismus anzukurbeln.

In der Ausstellung werden zwölf Adelsfamilien porträtiert, etwa die der Grafen zu Lynar auf Lübbenau. Die Schau geht der Frage nach, was aus den Rückkehrern geworden ist: "Wer blieb und warum?" und "Gelang es, die Denkmuster über Junker, Privilegien und über Herrn Graf und Frau Gräfin zu durchbrechen?" Mitveranstalterin der Schau über märkische Adelige ist die Brandenburgische Landeszentrale für politische Bildung. Gezeigt wird die Ausstellung bereits zum dritten Mal. Zu sehen ist sie nun bis zum 31. Oktober im Branitzer Marstall.

