
Kulturausschuss tagt zum Standort der Gemäldegalerie - Ziehen die Alten Meister doch auf die Museumsinsel?
Kulturstaatsministerin Monika Grütters plädiert für einen Umzug der Alten Meister auf die Museumsinsel - und hat damit eine heikle Debatte wiederbelebt, die schon beendet schien. Unterstützung erhält sie vom Präsidenten der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Hermann Parzinger. Beide werden am Mittwoch im Bundeskulturausschuss Stellung nehmen - zum neuen Masterplan und zu den Finanzen der Stiftung. Von Maria Ossowski
Die Probleme und Perspektiven der Stiftung Preußischer Kulturbesitz stehen bei der Sitzung des Bundestagsausschusses für Kultur und Medien am Mittwoch auf der Agenda. Und damit auch der Streit um die Alten Meister.
Lasst uns die Diskussion um die Alten Meister und ihren Standort neu führen - so die Ansage von Kulturstaatsministerin Monika Grütters. Ihrer Ansicht nach sollten Breughel, Dürer, Raffael, Tizian, Caravaggio, Rembrandt und Rubens weg vom Kulturforum und in einen neuen Bau an der Museumsinsel ziehen.

"Einmal getroffene Entscheidungen kritisch überdenken"
Das würde bedeuten: Machbarkeitsstudie adé und eine neue Diskussion um den Masterplan. Der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Hermann Parzinger, und Monika Grütters werden am Mittwoch dazu im Ausschuss Stellung nehmen.
"Das wird mit Sicherheit eine sehr schwierige Debatte. Die vorgetragenen Anliegen zur Neupositionierung der Sammlung der Moderne des 20. Jahrhunderts ist wichtig und richtig", kommentiert Siegmund Ehrmann (SPD), Vorsitzender des Kulturausschusses, die Diskussion um die Alten Meister. "Ich finde auch, dass man die Kraft haben muss, einmal getroffene Entscheidungen noch mal kritisch zu überdenken. Allerdings geht es am Ende auch um viel Geld, das der Bund nicht alleine, sondern gemeinsam mit den Ländern aufbringt. Da müssen wir viele überzeugen."
Ein Neubau an der Museumsinsel würde mindestens 375 Millionen kosten, der von Grütters zusätzlich in Betracht gezogene Bau für die Klassische Moderne am Kulturforum noch mal 180 Millionen. Das Ganze soll auf zwei Zeitschienen geschehen, erst ein Neubau für die Klassische Moderne, später der Umzug der Alten Meister an jenen Ort, wo sie bis 1939 hingen - selbstverständlich würde das Museum neu erbaut werden.
Der Plan ist mutig. Siegmund Ehrmann hat dafür Verständnis, schließlich gäbe es eine besondere Verantwortung des Bundes für die Hauptstadt des Landes. Aber er warnt auch: "Sich immer auf das Neue und Zusätzliche zu konzentrieren, birgt die Gefahr, dass das zu Lasten der bestehenden Aktivitäten geht", so Ehrmann. "Das muss ein intensiver und transparenter Diskurs sein, es kann nicht nur um ein Thema gehen."
Stiftung klagt über massive wirtschaftliche Probleme
Insgesamt 600 Millionen, verteilt auf die nächsten Jahre, zusätzlich zu den Millionen für das Stadtschloss und die Staatsoper - da braucht die Staatsministerin für Kultur viel Überzeugungskraft.
Zudem klagt die vom Bund finanzierte Stiftung Preußischer Kulturbesitz über massive wirtschaftliche Probleme, die mittlerweile die Öffnungszeiten einiger Museen berühren. Der neue Masterplan sollte deshalb "vor allem die Bauabläufe, aber auch die Finanzierungsplanung enthalten", sagt die kulturpolitische Sprecherin der Linken, Sigrid Hupach. "Wir brauchen weiterhin eine öffentliche Debatte zur Finanzierung der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, die chronisch unterfinanziert ist. Das kann nicht so bleiben."
Im Ausschuss für Kultur und Medien beginnt am Mittwoch eine Debatte, die die Hauptstadt länger begleiten wird. Es geht um Berlins Mitte, um das kulturelle Selbstverständnis der Hauptstadt, um Transparenz, aber auch um die Grenzen des Finanzierbaren.

