
Deutsche Digitale Bibliothek gestartet - Kulturkick per Klick
Historische Fotos, alte Filme, seltene Notenblätter oder vollständige eBooks: Die Deutsche Digitale Bibliothek ist seit Montag mit einer Vollversion am Start. In der Datenbank sollen künftig zehntausende Museen, Bibliotheken und Forschungseinrichtungen aus ganz Deutschland Exponate für jedermann kostenlos zugänglich machen.
Die Deutsche Digitale Bibliothek (DDB) ist am Montag in einer ersten Vollversion an den Start gegangen. Das Portal befindet sich derzeit in der Aufbauphase und soll schließlich ein zentraler Zugang zu Millionen von Büchern, Archivalien, Bildern, Skulpturen, Musikstücken und anderen Tondokumenten, Filmen und Noten werden.
Geplant ist, die digitalen Angebote von mehreren zehntausend Museen, Lesesälen, Konzerthäusern, Archiven und Forschungseinrichtungen zu bündeln und kostenlos zugänglich zu machen. Dabei würden die Einrichtungen meist nur eine Auswahl ihrer Exponate im Netz präsentieren, sagte Astrid Müller von der DDB im Gespräch mit rbb online. Welche Stücke gezeigt würden, liege in der Hand der Kulturinstitutionen selbst.
Teils hätten die Kulturinstitutionen ihre Bestände schon sehr gut digitalisiert, berichtete Müller. Vor allem die Systematik von Bibliotheken eigne sich gut für die Datenbank. In anderen Bereichen sei die Digitalisierung aber noch nicht weit fortgeschritten, weil Exponate wie zum Beispiel Skulpturen oder große Karten teils schwierig zu beschreiben oder im Netz darzustellen seien.
Rund 2.100 Institutionen derzeit registriert
Die Datenbank war Ende 2012 in einer Testversion in Betrieb genommen worden. Bisher haben sich knapp 2.100 Einrichtungen registriert. Wie viele Institutionen sich schließlich beteiligen würden, sei noch unklar, sagte Müller. Mit dem Start der Vollversion würden aber mehr neue Einrichtungen hinzukommen. "Die Zahlen ändern sich fast täglich", so Müller gegenüber rbb online. Nach Stand vom Montag sind 157 Berliner Institutionen an dem Projekt beteiligt.
Den Aufbau des DDB leiten laut Müller 13 große Kulturinstitutionen aus verschiedenen Bundesländern. Federführend ist die Stiftung Preußischer Kulturbesitz in Berlin. Mit dabei aus der Region sind auch das Max Planck Institut für Wissenschaftsgeschichte in Berlin und die Landesanstalt für Denkmalpflege in Brandenburg.
Datenbank soll Berührungsängste senken
Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) sagte bei der Eröffnung in Berlin, die Plattform öffne einen bisher nicht vorstellbaren Zugang zum deutschen Kulturerbe. "Die Angebote der Deutschen Digitalen Bibliothek folgen nicht dem Streben nach den größten Klickzahlen, sondern hier stehen die Inhalte selbst im Zentrum - das Bemühen, auch im Netz eine Tür zum digitalen Wissen über unsere Kunst- und Kulturschätze aufzustoßen, wo auch immer auf der Welt."
Wichtig sei das Angebot auch für Menschen, die sonst Museen, Bibliotheken und Konzerte nicht oder nur selten besuchen, sagte Grütters. "Mit der Deutschen Digitalen Bibliothek gewinnen wir neue Chancen, sie mit unserem Kulturgut in Berührung zu bringen, sie dafür zu interessieren und ihnen Schwellenängste zu nehmen. Ich denke hier besonders an die Kinder und Jugendlichen, die schon im Netz zuhause sind."
Die Experten erhoffen sich durch die DDB auch einen größeren Austausch zwischen einzelnen Forschungs- und Wissensinstituten.
Bund trägt die Hauptlast
Bis Ende 2013 wurden für Aufbau und Betrieb des Portals rund 24 Millionen Euro investiert, davon trug der Bund knapp 19 Millionen Euro. Das Projekt, das auch von den Bundesländern mitgetragen wird, ist der deutsche Beitrag zur Datenbank Europeana, die EU-weit Wissen und Informationen bündeln soll.

