
Land Brandenburg zahlt die Hälfte der Kosten - Guben kann Wilhelm-Pieck-Denkmal doch sanieren
Er ist Gubens prominentester Sohn – Wilhelm Pieck. Lange Zeit hatte die Stadt auch den Beinamen des ersten und einzigen DDR-Präsidenten. Seit einer Weile wird darüber diskutiert, ob das Denkmal des einstigen KPD- und SED-Funktionärs abgerissen oder saniert werden soll. Eine Restaurierung wurde wegen klammer Kassen zunächst abgelehnt. Doch jetzt hat das Land Brandenburg offenbar einen hohen finanziellen Zuschuss zugesagt.
Das Land Brandenburg will die mögliche Sanierung des Wilhelm-Pieck-Denkmals in Guben (Spree-Neiße) finanziell unterstützen. Das berichtet die "Märkische Oderzeitung" in ihrer Mittwochsausgabe. Eine Sprecherin der Stadt Guben sagte dem Blatt, das Land habe der Stadt 30.000 Euro zugesichert. Die Entscheidung über einen Fördermittelantrag beim Landkreis stehe allerdings noch aus. Erst wenn es von dort die Bestätigung gebe, werde in der Stadtverordnetenversammlung beschlossen, ob das Wilhelm Pieck-Denkmal wirklich saniert werde.
Wilhelm Pieck-Monument steht auf der Denkmalliste
Um die Instandsetzung des Denkmals von 1976 gibt es seit Längerem Streit. Ein erstes Gutachten aus dem Jahr 2012 hat die Sanierungskosten auf 100.000 Euro beziffert. Das halten Kritiker für viel zu viel. Sie würden das Denkmal am liebsten abreißen, so etwa die CDU im Stadtrat. Allerdings steht das Monument, das aus Bronze-Tafeln besteht auf der Denkmalliste, von der es erst gestrichen werden müsste.
Zwei Gutachten - zwei Summen für die Sanierung
Künstlerisch, historisch und architektonisch wertvoll, das ist das Urteil von Dieter Hübener von der Landesdenkmalpflege. Er hatte vorgeschlagen, einen Verein zu gründen, um Fördermittel beim Land zu beantragen oder Geld in der Bevölkerung zu sammeln. Die Stadtverwaltung Gubens musste sich mit den möglichen Kosten für eine Sanierung des Denkmals noch einmal beschäftigen, da der Finanzausschuss der Stadt darauf drängte, die Summe zu reduzieren. Die zweite Expertise mit Hebebühne, dank derer die einzelnen Stelen besser besichtigt werden konnten, kam zu dem Ergebnis, die Sanierung ist auch für knapp 60.000 Euro zu machen, plus 5000 Euro für Baunebenkosten.

Umgang mit der DDR Vergangenheit
Die Diskussion dreht sich allerdings eher um den Umgang mit Relikten aus der DDR-Vergangenheit. Kritiker halten Wilhem Pieck, der 1876 in Guben geboren wurde für einen Vertreter des Stalinismus unter Staats-und Parteichef Walter Ulbricht. Damit sei der einstige KPD- und SED-Funktionär auch verantwortlich für die Gründung der Stasi sowie für Unrecht und Unterdrückung, heißt es. Ab 1961 kurz nach seinem Tod bekam die Stadt den Beinamen "Wilhelm-Pieck-Stadt". Seit der Wiedervereinigung ist das jedoch passé.

