
Ausstellung im Martin-Gropius-Bau - Hans Richter - ein Berliner Dadaist
Im Nationalsozialismus verfemt, später weltberühmt: Hans Richter, 1888 in Berlin geboren, gehörte zu den wichtigsten Künstlern der Moderne. Berlin, Paris, München, Zürich, Moskau und New York – das sind Stationen seines Lebens. Erstmals seit 30 Jahren ist dem großen Avantgardisten wieder eine Ausstellung in seiner Heimatstadt gewidmet.
Hans Richter: Begegnungen von Dada bis heute – das Ausstellungsmotto des Martin-Gropius-Baus greift den Titel eines Buches von Hans Richter aus den 1970er-Jahren auf. Zu dieser Zeit entdeckte die Bundesrepublik den von den Nationalsozialisten geächteten Künstler wieder. Zum ersten Mal seit den 1980er-Jahren widmet sich eine Ausstellung mit 150 Exponaten dem umfassenden Werk Richters. Hans Richter war Maler, Grafiker, Dadaist, Konstruktivist, Filmemacher und Theoretiker in einer Person und gilt als Schlüsselfigur der Moderne.

Malereien, Fotografien und die wichtigsten Filme
Entsprechend gliedert sich die Schau in zehn Kapitel: Frühe Porträts / Krieg und Revolution / Dada / Richter und Eggeling / Zeitschrift "G" / Malewitsch und Richter / Film und Foto (FiFo) / Malerei / Serien / Auseinandersetzung mit dem Gegenstand.
Zu sehen sind bedeutende Werke der Avantgarde, Fotografien, dokumentarisches Material sowie die wichtigsten Filme von Hans Richter. "Hans Richter hat schon zu einer Zeit multimedial gearbeitet, als es das Wort noch gar nicht gab", sagte Museumsdirektor Gereon Sievernich am Mittwoch vor der offiziellen Eröffnung. Außerdem zeigt die Schau 50 Arbeiten renommierter Künstler, die von Hans Richter beeinflusst waren.
Seine Rollbild-Collagen gehören zu den Ikonen der Kunstgeschichte
Entwickelt wurde die Ausstellung vom Los Angeles County Museum of Art gemeinsam mit dem Martin-Gropius-Bau und dem Centre Pompidou Metz. Richter, der am 6. April 1888 in Berlin geboren wurde und am 1. Februar 1976 in der Schweiz starb, lebte und arbeitete in Berlin, Paris, München, Zürich, Moskau und New York. Er gehörte zu den von den Nazis verfemten Künstlern, deren Werke 1937 in der berüchtigten Ausstellung "Entartete Kunst" zu sehen waren. Richter flüchtete in die Niederlande und emigrierte 1941 in die USA.
Hans Richter verband in seinen Werken unterschiedliche künstlerischen Disziplinen - eine Arbeitsweise, die starken Einfluss auf die Kunst des 20. Jahrhunderts hatte. Seine großen Rollbild-Collagen gehören heute zu den Ikonen der Kunstgeschichte. Bis zu seinem Tod im Jahre 1976 in der Schweiz wurde sein Werk in Westeuropa in vielen Ausstellungen gezeigt. In Berlin kann Hans Richter nun mit der Schau, die aus Los Angeles kommt, neu entdeckt werden.
