Dieter "Maschine" Birr, Frontmann der Rockband Puhdys tritt am 28.12.2013 während eines Konzertes der Wintertour "Heilige Nächte" in der Getec-Arena in Magdeburg (Sachsen-Anhalt) auf. Quelle: dpa

Dieter "Maschine" Birr wird 70. - Weit entfernt von der "Rockerrente"

Maschine - eine Berliner Legende wird 70. Er selbst findet, das sei noch kein Alter – aber es reicht für viele Erinnerungen, die Dieter Birr jetzt in einem Buch über sein Leben veröffentlicht. Außerdem erscheint ein Solo-Album, auf dem er viele Puhdys-Klassiker in neuer Form präsentiert. Jürgen Jürgens, der Musikchef von radioBerlin 88,8, gehört seit vielen Jahren zu Birrs Wegbegleitern und gratuliert mit ganz persönlichen Worten zum Geburtstag.

Dieter Birr, besser bekannt als "Maschine", Motor der DDR-Kultband Puhdys, feiert seinen 70. Geburtstag mit einem Buch über sein Leben, das zusammen mit Antenne Brandenburg-Musikchef Wolfgang Martin entstand, und einem Solo-Album. Darauf vorwiegend Puhdys-Klassiker im neuen Gewand. Neues entstand auch, zum Beispiel mit Gast Wolfgang Niedecken von BAP. Außerdem dabei viele befreundete Musiker: Uwe Hassbecker (Silly), Toni Krahl (City), Dirk Michaelis, Julia Neigel und viele mehr.

Dieter "Maschine" Birr mit radioBerlin 88,8-Musikchef Jürgen Jürgens (Quelle: rbb/radioBerlin 88,8)
Jürgen Jürgens, der Musikchef von radioBerlin 88,8, begleitet die Karriere von Dieter Birr und den Puhdys seit vielen Jahren.

1969 ist Dieter zu den "Puhdys" gestoßen, ich habe im selben Jahr meine erste Moderation in der "Hey Music" gemacht. Spätestens seit "Wenn ein Mensch lebt", das mir von Anfang an sehr vertraut klang, habe ich das Wirken der Puhdys verfolgt und mir bei den – für West-Berliner - wenigen möglichen Ost-Berlin-Besuchen Amiga-Scheiben der Puhdys besorgt und in der Hitparade vorgestellt.

Ein Höhepunkt war das letzte Konzert im alten Friedrichstadtpalast. Selten habe ich die Teilung Berlins schmerzlicher empfunden als an diesem Abend. Es war ein unglaublich schönes gemeinschaftliches Erlebnis. Selbst uniformierte, junge Vopos warfen vor Begeisterung ihre Mützen in die Luft. Gleichzeitig wurde mir bewusst, dass ich wohl einer der wenigen war, der danach mit seinem Passierschein auch wieder in den Westen durfte.

Live immer wieder ein Erlebnis

Auch die beliebteste Band der DDR hat nach der Wende kleinere Brötchen backen müssen. Aber die alten und die neu hinzugewonnenen Fans haben die Puhdys immer wieder zurück auf die Bühne geholt. Live sind sie immer wieder ein Erlebnis, mal hart, mal akustisch, mal klassisch.

"Maschine" ist für mich ein Stück unverfälschtes Berlin. Immer Kumpel. Keine Skandale. Familienmensch. Seine erste Liebe ist die Musik. Die zweite Ehe mit seiner großen Liebe Sylvie hält jetzt 35 Jahre. Die mit den Puhdys nur wenige Jahre länger. Ein Zeckenbiss hatte ihn schwer erwischt. Aber gute Ärzte und der unerschütterliche Glaube, eigentlich nie krank zu werden, brachten ihn wieder auf die Beine.

Mit 70 ist er – ohne Zigaretten, aber regelmäßigem Fitnessprogramm – weit entfernt von der selbst besungenen "Rockerrente". Denn selbst wenn die Puhdys in knapp zwei Jahren – angeblich! – ihr letztes Konzert geben, hat er endlich Zeit für seine Solokarriere. Oder der "Verrückte" ist wieder auf seinem Fahrrad mit den Boxen am Lenker unterwegs und beschallt die Nachbarschaft.

Beitrag von Jürgen Jürgens

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